Der Geburtsreihenfolge-Effekt – Geschwister prägen unseren Ehrgeiz

Wer bin ich – und warum wurde ich so? Viele Psychologen meinen, unser Charakter werde durch die Geburtsordnung bestimmt. Eine neue Studie bestätigt diese These: Demnach prägen Geschwister unseren Ehrgeiz.

Der österreichische Arzt Alfred Adler beschäftigte sich bereits Anfang der Dreißigerjahre mit den Konsequenzen der Geburtsreihenfolge von Geschwistern. Ihm zufolge wird das erstgeborene Kind von den Eltern behandelt wie ein König. Es bekommt die volle Aufmerksamkeit – bis womöglich ein Geschwisterchen auf die Welt kommt und gewissermaßen den Thron übernimmt.

Im Optimalfall kommen die beiden Kinder gut miteinander aus und unterstützen sich gegenseitig; im Horrorszenario bekriegen sie sich und buhlen um die Zuneigung der Eltern. In jedem Fall habe die Konstellation Rückwirkungen auf den Charakter, meinte Adler. Und in der Tat: Es gibt durchaus einige Untersuchungen darüber, wie uns Geschwister prägen.

Ein Forscherteam um den Psychologen Bernd Carette von der belgischen Universität Gent beschäftigte sich jetzt mit einem weiteren Aspekt geschwisterlicher Neigungen: unserem Ehrgeiz. Für ihre Studie (.pdf) gewannen die Wissenschaftler 375 Studenten. 211 davon waren Erstgeborene, 164 waren Zweitgeborene. Im Schnitt lagen zwischen den Befragten etwa 2,5 Jahre Altersunterschied – was nicht ganz unerheblich ist, denn laut Forschern prägen sich Geschwister vor allem dann, wenn sie nicht weniger als zwei und nicht mehr als fünf Jahre auseinander sind.

Die Studenten sollten in einem Fragebogen verschiedene Aussagen bewerten, etwa: „Im Studium möchte ich den Inhalt der Vorlesungen so genau wie möglich verstehen“ (Typ A) oder „Mein Hauptziel besteht darin, bessere Noten zu schreiben als meine Kommilitonen“ (Typ B). Dahinter verbirgt sich die so genannte Zielerreichungstheorie. Wer Typ A bevorzugt, den treibt es vor allem an, sich selbst zu verbessern. Im Fokus steht also die eigene Person. Anhänger von Typ B schöpfen ihren Ehrgeiz hingegen aus so genannten Leistungszielen – sie wollen schlicht besser sein als die anderen.

Und siehe da: Erstgeborene stimmten Aussagen von Typ A um 54 Prozent häufiger zu als Zweitgeborene. Letztere fühlten sich den Aussagen vom Typ B näher. Die Teilnehmer sollten außerdem ihre Geschwister bewerten. Das Ergebnis blieb gleich: Erstgeborene waren ergebnisorientiert, Zweitgeborene leistungsorientiert.

Laut Carette werden diese Unterschiede erheblich durch das Elternhaus beeinflusst. Ältere Geschwister neigen als Erstgeborene dazu, sich mit sich selbst zu vergleichen. Widmen sie sich einer neuen Herausforderung, wollen sie möglichst viel Können und Wissen erlangen – um gewissermaßen vor sich selbst gut dazustehen. Jüngere Geschwister sind es gewöhnt, sich mit ihren älteren Geschwistern zu vergleichen – und dies wirkt sich auch auf die Leistungsmotivation im späteren Leben aus.

Kurz formuliert: Erstgeborere wollen eine Sache möglichst gut machen. Zweitgeborene wollen besser sein als andere.

Kommentare

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