10 psychologische Fakten über Geschwister

Der österreichische Psychologe Alfred Adler vertrat als Erster die Ansicht, dass unsere Persönlichkeit dadurch geprägt wird, ob wir jüngere oder ältere Geschwister haben. Hier zehn Erkenntnisse zur Psychologie von Geschwistern.

1. Erstgeborene sind intelligenter: Norwegische Forscher verglichen für eine Studie im Jahr 2007 die Intelligenztests von 250.000 Wehrpflichtigen. Der durchschnittliche IQ der Erstgeborenen lag bei 103,2. Zweitgeborene kamen auf 101,2 Punkte, Drittgeborene auf 100.

2. Jüngere Brüder sind risikofreudiger: Die US-Psychologen Frank Sulloway und Richard Zweigenhaft werteten in einer aktuellen Metastudie 24 Untersuchungen aus. Dabei fanden sie heraus, dass jüngere Geschwister häufiger Extremsportarten betrieben. Eine Analyse von Baseballspielern ergab zudem, dass in 90 Prozent der Fälle der jüngere Bruder häufiger versucht hatte, eine „Base zu stehlen“ – ebenfalls ein riskantes Unterfangen.

3. Jungen mit älteren Geschwistern sind sportlicher: Wissenschaftler um Daniel Rees von der Universität von Colorado fanden in einer Studie im Jahr 2008 heraus: Jungen mit älteren Geschwistern sind in der High School häufiger Mitglied eines Sportteams. Mädchen mit älteren Geschwistern engagieren sich demnach jedoch seltener in außerschulischen Aktivitäten.

4. Jüngere Geschwister sind aggressiver: Das zumindest resümierte Shannon Tierney Williams von der Universität von Kalifornien in einer Studie im Jahr 2007. Gemeinsam mit Kollegen besuchte sie in einem Zeitraum von drei Jahren regelmäßig 451 Geschwisterpaare im Bundesstaat Iowa. Die Kinder sollten zum einen Auskunft darüber geben, wie aggressiv sie sich verhielten. Zum anderen filmten die Wissenschaftler, wie die Familien miteinander umgingen. Dabei bemerkte Williams, dass das Aggressionspotential von Kindern mit älteren Brüdern im Laufe der Zeit zunahm, während es bei Kindern mit älteren Schwestern gleich blieb.

5. Politiker sind häufig Erstgeborene: Rudy Andeweg and Steef van den Berg von der Universität in Leiden befragten im Jahr 2003 in einer Studie (.pdf) 1200 niederländische Politiker. Ergebnis: Erstgeborene waren im Vergleich zur normalen Bevölkerung deutlich überrepräsentiert – ebenso wie Einzelkinder.

6. Erstgeborene werden eher CEO: Die Managementberatung Vistage International befragte im Jahr 2007 1582 Vorstandsvorsitzende. Ergebnis: 43 Prozent waren Erstgeborene, 33 Prozent lagen in der Mitte, nur 23 Prozent waren die jüngsten Geschwister.

7. Geschwister erkennen sich unbewusst: Wissen wir instinktiv, wer unsere Verwandten sind? Und wenn ja, warum? Dieser Frage widmete sich im Jahr 2007 die US-Psychologin Debra Lieberman von der Universität von Kalifornien in Santa Barbara. Gemeinsam mit Kollegen befragte sie für ihre Studie (.pdf) 600 Personen zu ihrem Verhältnis zu ihren Geschwistern. Jüngere Geschwister werden demzufolge als Verwandte wahrgenommen, weil die eigene Mutter sie als Kleinkinder versorgt hat. Bei älteren Geschwistern ist hingegen entscheidend, dass man mit ihnen bereits als Kind längere Zeit zusammengelebt hat.

8. Geschwisterkonflikte zerstören Vertrauen: Dass Brüder und Schwestern sich streiten, ist normal. Dass sie sich danach wieder vertragen, ebenfalls. Wirklich? Nicole Campione-Barr von der Universität von Missouri interviewte in einer aktuellen Studie 115 Geschwisterpaare im Alter von 8 bis 20 zu ihren Streitereien. Dabei fand sie heraus, dass manche Konflikte durchaus dazu geeignet sind, Vertrauen zu zerstören und die Kommunikation miteinander auf ein Minimum zu reduzieren – und zwar dann, wenn es um die Privatsphäre ging. Keinerlei schwerwiegende Auswirkungen hatten hingegen Streitereien um gemeinsame Rechte und Pflichten.

9. Frauen mit Zwillingsbruder bekommen weniger Kinder: Virpi Lummaa von der Universität von Sheffield untersuchte für ihre Studie aus dem Jahr 2007 finnische Geburtsregister aus den Jahren 1734 bis 1888. Sie wollte herausfinden, welchen Einfluss ein Zwillingsbruder auf das Leben seiner Schwester hat. Offenbar einen ganz erheblichen: Frauen mit Zwillingsbruder heirateten nicht nur seltener als Frauen mit einer Zwillingsschwester – sie bekamen auch seltener Kinder.

10. Erstgeborene heiraten häufiger Erstgeborene: Joshua Hartshone von der Harvard-Universität startete für seine Studie (.pdf) zwei verschiedene Umfragen. Zum einen gaben 900 Psychologiestudenten Auskunft über ihren Geburtsrang, den ihres besten Freundes und den ihrer Eltern. Zum anderen füllten 2500 Personen einen Online-Fragebogen aus. Ergebnis: Erstgeborene heiraten häufiger Erstgeborene, Nachzügler heiraten häufiger Nachzügler und Einzelkinder häufiger Einzelkinder. Auch bei Freundschaften konnte Hartshone das Phänomen beobachten: Enge Freunde teilen demnach ebenfalls den Geburtsrang.

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