Digitales Gedächtnis – Speichern wir Online-Inhalte schlechter ab?

Vor einigen Wochen legte eine Studie über den Google-Effekt nahe, dass das Internet unser Gedächtnis beeinträchtigt. Ein neues Experiment zieht ein ähnliches Fazit: Demnach merken wir uns Inhalte besser, wenn wir sie auf gedrucktem Papier lesen.

Gedruckte Zeitungen kämpfen seit Jahren mit sinkenden Verkaufszahlen – auch deshalb, weil immer mehr Menschen Nachrichten ausschließlich im Internet lesen. Glaubt man einer neuen Studie, beeinflusst das ständige „Always On“ jedoch die Merkfähigkeit. Zu diesem Ergebnis kommen jedenfalls drei Doktoranden um Arthur Santana von der Universität von Oregon in einer neuen Studie (.pdf).

Für ihr Experiment gewannen sie 46 Journalismusstudenten mit einem Durchschnittsalter von 22 Jahren. 25 sollten 20 Minuten lang die Printausgabe der „New York Times“ lesen, die anderen 20 sollten währenddessen den Onlineauftritt der Zeitung konsumieren. Im Anschluss testeten Santana und Co., wie viele der Informationen die Probanden im Kopf behalten hatten. Ergebnis: Die Gruppe der Zeitungsleser memorierte doppelt so viele Infos wie die Gruppe der Onlineleser.

Eine mögliche Erklärung: Nachrichten im Internet seien „flüchtig“, resümieren die Wissenschaftler. „Sie tauchen auf und verschwinden ohne Vorwarnung“, schreibt Santana, „und deshalb wecken sie womöglich den Eindruck, dass man sie sich gar nicht erst einprägen muss.“

Jetzt würde mich Ihre Meinung interessieren: Was halten Sie von dem Ergebnis der Studie? Teilen Sie das Fazit? Oder halten Sie es für Blödsinn?

[via Mashable]

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