Geschlechterfrage – Männer denken eher schwarz-weiß

Das Leben ist kompliziert – insbesondere, wenn man sich mit Entscheidungen schwer tut. Auf Männer trifft das laut einer neuen Studie allerdings weniger zu: Demnach ist Schwarz-Weiß-Denken bei Männern stärker verankert als bei Frauen.

Das ist das Ergebnis einer bislang unveröffentlichten Studie (.pdf), die bald im „Archives of Sexual Behavior“ erscheinen wird. Ein Team von Psychologen um Zachary Estes von der Universität von Warwick gewann dafür 113 Freiwillige – 55 Männer und 58 Frauen -, mit einem Durchschnittsalter von knapp 22 Jahren.

Die Aufgabe: Sie sollten insgesamt 50 Objekte, darunter Werkzeuge, aber auch Obst und Gemüse, in verschiedene Kategorien einordnen. Dabei sollten sie entscheiden, ob der Gegenstand vollständig, teilweise oder gar nicht in die jeweilige Kategorie gehört. Zum Beispiel: Ist die Tomate eine Frucht? Ist Wandfarbe ein Werkzeug? Ist Billiard eine Sportart?

Das Ergebnis bestätigt die typischen Klischees: Frauen waren bei ihrer Entscheidung wesentlich vorsichtiger – unabhängig vom Gegenstand. Sie wählten mit einer 23 Prozent höheren Wahrscheinlichkeit als Männer eine Antwort der Kategorie „Teilweise“. Männer hingegen waren sich ihrer Sache sicherer und entschieden sich häufiger für „vollständig“ oder „gar nicht“.

„Dieser signifikante Unterschied zwischen den Geschlechtern bedeutet natürlich nicht, dass die eine Herangehensweise besser ist als die andere“, sagt Estes. Eine Gefahr sei etwa, dass männliche Ärzte häufiger zu schnellen Diagnosen kommen – und dabei kräftig daneben liegen.

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