Eltern verbringen mehr Zeit mit ihren Kindern

Berufstätige Eltern haben heute kaum noch Zeit für ihre Kinder, lautet ein gängiges Klischee. Unsinn, resümiert eine neue US-Studie: Demnach verbringen Eltern heute sogar mehr Zeit mit ihrem Nachwuchs.

Die Ökonomen Garey und Valerie Ramey von der Universität von Kalifornien in San Diego analysierten für ihre Studie (.pdf) zwölf verschiedene Studien von 1965 bis 2007, in denen Amerikaner Angaben über ihre Aktivitäten machten. Ergebnis: Vor 1995 widmeten Mütter ihrem Nachwuchs im Schnitt zwölf Stunden pro Woche. Im Jahr 2007 waren es bei Müttern mit Hochschulzeugnis schon 21,2 Stunden wöchentlich, bei allen anderen 15,9 Stunden.

Dieselbe Entwicklung machten die Wissenschaftler bei Vätern aus – wenn auch auf einem viel niedrigeren Niveau: 9,6 Stunden waren es im Jahr 2007 bei Vätern mit Diplom, 6,8 Stunden beim Rest.

Die Studie bezieht nur solche Aktivitäten mit ein, in denen sich die Eltern aktiv mit dem Kind beschäftigen – also beispielsweise bei den Hausaufgaben helfen oder mit ihm spielen. „Diesen Aktivitäten gehen Eltern heute länger nach als noch vor 20 Jahren“, resümiert Ko-Autor Erik Hurst.

Bemerkenswert: Kinder werden nicht mehr als essenziell für die Partnerschaft angesehen. 1990 sagten noch 65 Prozent der Amerikaner, dass Kinder „sehr wichtig“ für eine glückliche Ehe seien, ergab eine Pew-Studie. 2007 fanden das nur noch 41 Prozent.

[via NY Times]

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