Liar, Liar – Macht verleitet zum Lügen

„Gib einem Menschen Macht, und du erkennst seinen wahren Charakter“, wusste schon der frühere US-Präsident Abraham Lincoln. Dahinter steckt die Vermutung, dass Macht womöglich unseren Charakter korrumpiert. Eine neue US-Studie behauptet sogar: Wer Macht hat, kann leichter lügen.

Zu diesem Fazit kommt ein Forscherteam um Dana R. Carney von der Columbia Business School. Für ihre Studie (.pdf) teilten sie 47 Freiwillige in zwei Gruppen ein – die einen simulierten Führungskräfte, die anderen Angestellte. Erstere bekamen ein großes Büro, Zweitere einen fensterlosen, kleinen Raum. Nun sollten die Teilnehmer 100 Dollar finden, die die Wissenschaftler zuvor in den Räumen versteckt hatten.

Die Hälfte bekam mitgeteilt, das Geld heimlich einzustecken, die anderen sollten es zurückgeben. Alle sollten ihrem zugeteilten Betreuer jedoch versichern, das Geld nicht geklaut zu haben. Danach wurden die Teilnehmer interviewt. Ergebnis: Etwa jeder Zweite log. Danach nahmen die Forscher Speichelproben, um den Stresslevel aller Beteiligten zu analysieren.

Ergebnis: In der Gruppe der Führungskräfte hinterließ das Lügen keinerlei emotionale, physiologische oder kognitive Reaktion. Mit anderen Worten: Sie logen, ohne rot zu werden. Anders das Bild in der Gruppe der Angestellten – bei ihnen machte sich das Flunkern körperlich bemerkbar.

„Menschen mit Macht können besser lügen“, resümiert die Managementprofessorin Dana Carney.

[via NBC]

9 Kommentare

  1. @Andreas: Hm, jein – zugegen, die Überschrift ist womöglich missverständlich. Aber Tatsache ist doch: Wenn ein bestimmter Umstand eine Handlung leichter macht, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass ich mich entsprechend verhalte. Nach dem Motto: „Gelegenheit macht Diebe.“

  2. „Menschen mit Macht können besser lügen“ ist aber etwas ganz anderes als „Macht verleitet zum Lügen“. Das ist ja eine richtige kleine Lüge im Titel!
    😉

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