Vorschau – 10 interessante Sachbücher 2013

Jeden Winter präsentieren Buchverlage ihre Vorschauen für die kommenden Monate. Hier eine Übersicht mit zehn interessanten Sachbüchern, die im ersten Halbjahr dieses Jahres in Deutschland erscheinen.

Frank Schirrmacher – Ego: Das Spiel des Lebens
FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher erzählt „die Geschichte einer Manipulation“. Vor sechzig Jahren sei von Militärs und Ökonomen das theoretische Model eines Menschen entwickelt worden. Ein egoistisches Wesen, das nur auf das Erreichen seiner Ziele, auf seinen Vorteil und das Austricksen der anderen bedacht war. Doch das Modell sei zur selbsterfüllenden Prophezeiung geworden. „Der Mensch ist als Träger seiner Entscheidungen abgelöst, das große Spiel des Lebens läuft ohne uns.“

Kevin Dutton – Psychopathen
Der britische Psychologe beschäftigt sich in seinem neuen Buch mit Psychopathen im Alltag – oder sagen wir besser: Menschen, die psychopathische Züge in sich tragen. „Selbstredend sind diese Eigenschaften nützlich, wenn man ein Serienmörder werden will“, meint Dutton. „Aber auch im Gerichtssaal, in der Wirtschaft oder im OP. Oder im Leben eines Heiligen. Jede Medaille hat zwei Seiten.“

Richard David Precht – Anna, die Schule und der liebe Gott

Der Bestsellerautor ist zurück mit einem Buch. Diesmal knöpft sich Precht das deutsche Schulsystem vor: „Statt ihnen dabei zu helfen, Neugier, Kreativität, Originalität, Orientierung und Teamgeist für eine immer komplexere Welt zu erwerben, dressieren wir sie zu langweiligen Anpassern.“ Precht fordert: Unsere Schulen müssen völlig anders werden als bisher. „Wir brauchen andere Lehrer, andere Methoden und ein anderes Zusammenleben in der Schule.“ Nötig sei keine Bildungsreform, sondern eine Bildungsrevolution.

Christina Berndt – Resilienz
Das Wörtchen Resilienz erfreut sich in den vergangenen Jahren großer Beliebtheit. So bezeichnen Psychologen die Fähigkeit, Rückschläge zu überwinden. Die Wissenschaftsjournalistin Christina Berndt widmet sich dieser psychischen Kraft. Und sie meint: „Obwohl die Fundamente der psychischen Widerstandskraft schon in frühester Kindheit gelegt werden, so lassen sie sich doch auch später noch aushärten, falls man die richtigen Strategien kennt.“

Bronnie Ware – 5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen

Mein Artikel über Bronnie Ware gehörte im vergangenen Jahr zu einem der meist geklickten meines Blogs. Jetzt erscheint die deutsche Version des Buchs „Five Regrets of the Dying“. Darin berichtet die Australierin von ihrer Arbeit auf der Palliativstation eines Krankenhauses. Sie erzählt, wie sie totkranke Menschen in den letzten Wochen ihres Lebens begleitete – und welche fünf Lebenslektionen sie dabei gelernt hat.

Joachim Bauer – Arbeit

Der Neurobiologe, Mediziner und Bestsellerautor Joachim Bauer widmet sich dem Thema Arbeit. Wie wurde sie „erfunden“? Was ist Arbeit aus Sicht des Gehirns? Wie besteht jeder Einzelne die Herausforderung der heutigen Arbeitswelt? Und Bauer behauptet: „Der Mensch ist evolutionär nicht für die heutige Arbeit gemacht.“ Deshalb müsse sich einiges ändern – was genau, soll in diesem Buch stehen.

Gerd Gigerenzer – Risiko

Der deutsche Psychologe Gerd Gigerenzer erklärt, wie die Psychologie des Risikos funktioniert, was sie mit unseren entwicklungsgeschichtlich alten Hirnstrukturen zu tun hat und welche Gefahren damit einhergehen. Gigerenzer, hauptberuflich Direktor des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung in Berlin meint: „Schon Kinder können lernen, mit Risiken realistisch umzugehen und sich gegen Panikmache wie Verharmlosung zu immunisieren.“

Christian Keysers – Unser empathisches Gehirn

Jeden Tag müssen wir die Gefühle und Beindlichkeiten unserer Mitmenschen verstehen. Oder anders gesagt: Wir brauchen Empathie – auch ohne vorher darüber nachzudenken. Aber wie machen wir das? Wie gelingt es uns, zu erfühlen, was häufig verheimlicht werden soll? Der Hirnforscher Christian Keysers beschreibt, wie diese Gabe neurologisch funktioniert und wie sie uns beeinflusst.

Elsbeth Stern und Aljoscha Neubauer – Intelligenz

Die renommierten Intelligenzforscher Elsbeth Stern und Aljoscha Neubauer erklären, wie es zu Intelligenzunterschieden kommt, wie man Intelligenz messen kann, woran man überdurchschnittlich begabte Menschen erkennt und wie man Intelligenz fördert. Das Fazit von Stern und Neubauer: „Intelligenz ist eine individuelle Ressource, die man nur in der Gemeinschaft entwickeln kann. Wir haben Begabte nötiger denn je, hängt der Erfolg unserer Informations- und Wissensgesellschaft doch maßgeblich von ihnen ab.“

Nassim Nicholas Taleb – Antifragilität

Berühmt wurde der frühere Hedgefonds-Manager Nassim Nicholas Taleb im Jahr 2008 mit seinem Weltbestseller „Der schwarze Schwan“. Darin beschrieb er die zunehmende Unberechenbarkeit der Welt, und zwar in sämtlichen Lebens- und Arbeitsbereichen. In seinem neuen Buch widmet er sich der Frage, wie wir dieses Chaos und diese Unberechenbarkeit nicht nur überstehen, sondern davon profitieren können. „Denn alles, was nicht antifragil ist, wird verschwinden.“

Im kommenden Frühjahr geben die Verlage dann bekannt, welche Bücher im Winter erscheinen. Ich halte Sie auf dem Laufenden…

Disclaimer: Einige der vorgestellten Bücher erscheinen im Deutschen Taschenbuch Verlag, in dem ebenfalls mein erstes Buch erschienen ist.

Kommentare

  1. Daniel Rettig says:

    @Diana: Danke für die Rückmeldung – und: sehr gerne!

  2. Das empathische Gehirn steht jetzt schon ganz oben auf meiner Liste. Ich bin ganz begeistert von der menschlichen Empathie, seitdem ich das erste Mal von Spiegelneuronen gehört habe.
    Super Anregungen!

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