Übung macht den Meister – 8 Regeln für Erfolg
Die Frage, was genau Menschen erfolgreich macht, ist ungefähr so alt wie die Nacht. Manche Studien behaupten, Erstgeborene seien erfolgreicher, der Volksmund meint: Übung macht den Meister. Eine neue US-Studie beschäftigt sich nun mit der Frage, welche Eigenschaften ein Unternehmer braucht, um erfolgreich zu werden - die Ergebnisse sind allerdings auch für Angestellte relevant.
Robert Baron und Rebecca Henry von der Oklahoma State Universität fragen sich in ihrem Aufsatz (.pdf): Warum sind manche Gründer erfolgreich, während andere scheitern? Hat das womöglich mit der Persönlichkeit zu tun?
Der US-Neurologe Daniel Levitin hat vor einigen Jahren die so genannte 10.000-Stunden-Regel aufgestellt. Demnach müssen wir uns mit einer Sache mindestens 10.000 Stunden beschäftigen, um genug Expertise anzusammeln und zur Weltspitze gehören zu können. Für Baron und Henry geht diese Regel nicht weit genug - sie vertreten die Auffassung: Der Kern des Erfolgs liegt im "deliberate practice", was so viel heißt wie "zielgerichtetes Üben". Dessen Essenz hat bereits der ehemalige Basketballstar Michael Jordan zusammengefasst: "Ich schwitze bestimmt nicht jeden Tag drei Stunden, nur um zu wissen wie sich Schwitzen anfühlt."
In ihrer Studie destillieren die beiden Wissenschaftler aus bisherigen Forschungsergebnissen acht Regeln, die wir beim zielgerichteten Üben beachten sollen:
- Wir müssen uns mental extrem fordern, also fokussiert und konzentriert sein
- Wir müssen die Übungen so gestalten, dass sie uns stärker machen - daher müssen wir zuvor unsere Schwächen identifizieren und an ihnen arbeiten
- Wir müssen über einen langen Zeitraum üben - mindestens zehn Jahre
- Wir müssen die Übungen ständig wiederholen
- Wir müssen Feedback einholen - etwa von Kollegen oder Freunden
- Wir müssen uns vorher konkrete Ziele setzen - und zwar nicht nur über das endgültige Ziel, sondern auch den Weg dahin
- Wir müssen uns selbst beobachten und reflektieren - damit wir unsere Leistung und den Fortschritt im Auge behalten
- Wir müssen uns nach jedem Üben selbst überprüfen - um die erzielte Leistung sofort bewerten zu können
Nun kann man sich natürlich zurecht fragen, was diese acht Regeln mit einem erfolgreichen Unternehmer zu tun haben. Doch Baron und Henry sind sich sicher, dass das Befolgen dieser Regeln dazu führt, dass auch unsere kognitiven Fähigkeiten in anderen Bereichen steigen - etwa unsere Gedächtnisleistung, Intuition oder die Verarbeitung neuer Informationen. Und diese Fähigkeiten können auch normalen Angestellten im Job weiterhelfen.
Bevor Sie gleich mit Ihren Übungen loslegen - eine Einschränkung gibt es aber doch: Die acht Regeln garantieren keinesfalls Überflieger-Qualitäten - sie verstärken vielmehr bereits vorhandene Fähigkeiten: "Falls diese nicht zu einem gewissen Grad vorhanden sind, bringt auch zielgerichtetes Üben nichts", resümieren die Forscher.
[via PhysOrg]
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