Studie: Rauchen schadet dem Gehirn

Jeder Raucher weiß, dass er seiner Gesundheit schadet. Doch offenbar hat Rauchen noch weitere negative Folgen. Eine britische Studie resümiert: Rauchen fördert den geistigen Verfall.

Zu diesem Ergebnis kommt zumindest Alex Dregan vom King’s College in London. In seiner neuen Studie (.pdf) wollte er herausfinden, wie sich kardiovaskuläre Risikofaktoren, also hoher Blutdruck, Stoffwechselstörungen, Rauchen oder Übergewicht, auf die geistigen Leistungen auswirken. Da kam ihm die britische Langzeitstudie namens Elsa gerade recht.

Daran beteiligen sich seit 1998 knapp 10.000 Briten über 50. Sie werden nicht nur regelmäßig auf körperliche Gesundheit geprüft, sondern auch auf geistige Fitness – mit drei verschiedenen Gedächtnistests. Sie sollen beispielsweise zehn Wörter memorieren, die später abgefragt werden; innerhalb einer Minute so viele Tiere wie möglich aufzählen; und aus einem Feld von Buchstaben bestimmte Letter ankreuzen.

Einmal dürfen Sie raten, wer schon vier Jahre nach Beginn der Langzeitstudie am schlechtesten abschnitt. Richtig: Die Raucher. “Von allen Risikofaktoren ist Rauchen der verlässlichste Prädiktor für geistigen Verfall”, schreibt Dregan.

Über die möglichen Gründe sagt der Wissenschaftler in seiner Studie allerdings nichts – sicher auch deshalb, weil er nur einen Zusammenhang zwischen Rauchen und Gedächtnisleistungen gefunden hat, aber keine Ursache-Wirkungs-Beziehung.

Mit anderen Worten: Rauchen muss nicht zwangsläufig dazu führen, dass das Gehirn irgendwann die Konsistenz von Kartoffelbrei annimmt. Möglich wäre zum Beispiel, dass die Raucher in der Studie ohnehin nicht die hellsten Kerzen auf dem Kuchen waren. Dennoch liefert die Studie einen weiteren Hinweis darauf, wie schädlich Rauchen ist – nicht nur für den Körper, sondern auch für den Geist.

Quelle:
Alex Dregan, Robert Stewart und Martin Gulliford (2012). Cardiovascular risk factors and cognitive decline in adults aged 50 and over: a population-based cohort study. Age and Ageing

[Foto: superfantastic unter cc-by-sa]

Mein aktuelles Buch

Sie kennen das sicher: Alte Freunde reden gerne über die Vergangenheit. Natürlich war früher nicht alles besser - aber vieles leichter. Und deshalb ist es sinnvoll und verständlich, beim Blick in den Rückspiegel des Lebens die viel zitierte rosarote Brille aufzusetzen. Gemeinsame Erinnerungen sind der Klebstoff, der die fragile Gemeinschaft zusammenhält. Und nicht zuletzt macht es ja auch Spaß, an schöne Erlebnisse zu denken. Genau um dieses Gefühl geht es in meinem Buch: “Die guten alten Zeiten – Warum Nostalgie uns glücklich macht”.

Schreibe einen Kommentar

*

Letzter Artikel:
Nächster Artikel:
9fc68892a3114fe695362d9cefcc7dda