Schwerer Verlust – Das Broken-Heart-Syndrom wirkt auch kurzfristig

Seit Jahrzehnten wissen Forscher, dass ein gebrochenes Herz tatsächlich zum Tod führen kann. Jetzt zeigt eine neue Studie: Das so genannte Broken-Heart-Syndrom gefährdet unsere Gesundheit schon kurz nach dem Tod eines geliebten Menschen.

Die erste Studie (.pdf) zum Broken-Heart-Syndrom erschien bereits im Jahr 1969. Britische Forscher um den Psychiater Colin Murray Parkes verfolgten knapp ein Jahrzehnt lang das Schicksal von 4500 Witwern, die mindestens 55 Jahre alt waren. Fazit: In den ersten sechs Monaten nach dem Verlust ihrer Ehefrau war das Sterberisiko der Männer 40 Prozent höher.

Seitdem haben zahlreiche Untersuchungen belegt, dass der Verlust unseres Partners durchaus auch Folgen für uns haben kann. Demnach lösen bestimmte stressige Situationen, zu denen ein solcher Todesfall definitiv gehört, Herzprobleme aus – die so genannte Stress-Kardiomyopathie. Und die kann in bestimmten Fällen tatsächlich zum Tod führen.

Doch die bisherigen Studien bezogen sich immer auf eine langfristige Perspektive von mehreren Monaten. Eine neue Untersuchung zeigt jetzt: Das Broken-Heart-Syndrom gefährdet unsere Gesundheit schon kurz nach dem Tod eines geliebten Menschen. Zu diesem Ergebnis kommen amerikanische Wissenschaftler um Elizabeth Mostofsky von der Harvard School of Public Health.

Gemeinsam mit einigen Kollegen befragte sie knapp 2000 Amerikaner, die zwischen 1989 und 1994 einen Herzinfarkt überlebt hatten. 270 von ihnen hatten in den sechs Monaten vor dem Infarkt einen wichtigen Menschen verloren. Mehr noch: Das Risiko einer Herzattacke war in den ersten 24 Stunden nach dem Todesfall 21-Mal höher – und innerhalb der nächsten sieben Tage war es immerhin noch sechs Mal höher als normal.

„Betroffen, deren Freunde und Mediziner sollten sich dieses Risikos bewusst sein“, resümiert Mostofsky, „um nach einem Todesfall sorgfältig und vorsichtig zu sein und den Trauernden noch intensiver zu begleiten.“

Hier ein kurzes Video von Mostofsky und ihrem Co-Autor Murray Mittleman.

Quelle:
Elizabeth Mostofsky, Malcolm Maclure, Jane B. Sherwood, Geoffrey H. Tofler, James E. Muller und Murray A. Mittleman (2012). Risk of Acute Myocardial Infarction after Death of a Significant Person in One’s Life: The Determinants of MI Onset Study. In: Circulation.

 [Foto: seyed mostafa zamani unter cc-by]

Kommentare

  1. Endlich ernst genommen: Schwerer Verlust – Das Broken-Heart-Syndrom wirkt auch kurzfristig – http://t.co/YIQoNM9q via @Shareaholic

  2. Gebrochenes Herz – Das Broken-Heart-Syndrom wirkt auch kurzfristig http://t.co/2NXu4R98 #psychologie

  3. Ingo Bultschnieder says:

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