Satansbraten – Beliebte Kinder quälen ihre Mitschüler

Ein weit verbreitetes Gerücht besagt, dass Außenseiter in der Schule oft agressiv zu ihren Mitschülern werden. Damit räumt eine neue Studie jetzt auf – demnach sind es häufig die beliebten Kinder, die ihre Klassenkameraden quälen.

Die Soziologen Robert Faris und Diane Felmlee von der Universität von Kalifornien in Davis analysierten für ihre Studie, die im Februar in der renommierten American Sociological Review erscheinen wird, Daten zum Verhalten von 3.722 Kindern aus dem Bundesstaat North Carolina – und zwar solche aus der 8., 9. und 10. Klasse.

Dabei konzentrierten sich die Wissenschaftler auf zwei Aspekte: Zum einen untersuchten sie, wie sehr die Kinder in schulische Aktivitäten eingebunden waren; zum anderen werteten sie aus, wie häufig die 13- bis 16-Jährigen ihre Mitschüler körperlich attackiert oder seelisch gequält hatten.

Ergebnis: Es waren keineswegs die Randgruppen, die ihre Mitschüler tyrannisierten. Genauer gesagt: Vor allem die beliebtesten zwei Prozent der Schüler sowie die extremen Außenseiter ließen ihre Klassenkameraden meist in Ruhe.

Faris erklärt sich das damit, dass den beliebtesten Schülern aggressives Verhalten mehr schadet als nützt. Im Zweifelsfall würden ihnen die Übergriffe als Schwäche ausgelegt und ihre Machtposition bedrohen. Die unbeliebtesten Kinder wiederum haben der Studie zufolge keinen Anlass für Mobbing, da sie ohnehin schon am Ende der Beliebtheitsskala stehen.

Die Tyrannei ging hingegen von den durchschnittlich beliebten Schülern aus. Sie waren um 28 Prozent aggressiver als die unbeliebtesten Kinder und um 40 Prozent aggressiver als die beliebtesten zwei Prozent.

Ein möglicher Grund: Sie haben die Spitze der Rangordnung noch nicht erreicht, befürchten gleichzeitig aber den sozialen Abstieg – und diese beiden Faktoren machen sie der Studie zufolge anfällig für Aggressivität.

Ist also die Hackordnung in der Schule hauptverantwortlich für das Verhalten den Mitschülern gegenüber? Nicht ganz, meint André Christie-Mizell. Der Soziologe von der Vanderbilt Universität analysierte kürzlich in einer Studie das Verhalten von 687 Kindern. Seine Untersuchung liest sich wie ein Appell für mehr väterliche Aufmerksamkeit.

Demnach sind nämlich jene Kinder, die zu Hause viel Aufmerksamkeit von ihrem Vater bekommen, in den seltensten Fällen fies und gemein zu ihren Mitschülern. Wer sich von seinem Vater vernachlässigt fühlte, verhielt sich in der Schule hingegen häufig aggressiv.

[via Freakonomics, ORF Science]

Kommentare

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  2. so ist das später doch auch noch. via@danielrettig. Studie: Beliebte Kinder quälen ihre Mitschüler besonders häufig http://bit.ly/hpHKEH

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