Optische Bremse – Simpler Trick hemmt die Lust auf Chips

Essen Sie auch ständig die Chipstüte in Rekordzeit leer und ärgern sich hinterher drüber? Dann haben US-Psychologen einen kleinen Tipp für Sie: Sorgen Sie für farbliche Ablenkung.

Immer wieder dasselbe: Kaum ist die Chipstüte geöffnet, ist sie auch schon leer. Es scheint völlig unmöglich, nur ein paar Chips zu knabbern und die Packung dann wieder zu schließen.

Denkste, sagen nun jedoch amerikanische Psychologen um Andrew Geier von der US-Universität Yale. Mit einem kleinen, aber feinen Trick sei es durchaus machbar, unsere Lust aufs Knabbern zu hemmen.

Das Experiment (.pdf) war denkbar simpel. Einer Gruppe von 59 Studenten teilte der Professor mit, ein Hersteller von Kartoffelchips habe der Universität ein paar Dosen Stapelchips überlassen. Die verteilte der Dozent nun im Hörsaal, dann ließ er die Studenten einen Film schauen. Währenddessen konnten sie knabbern, so viel sie wollten.

Allerdings hatten die Wissenschaftler die Dosen vorher präpariert. Zwar enthielten alle 82 Chips. Doch bei einer Gruppe war jeder siebte Chip nicht gelb, sondern rot (zum Rezept kommen wir gleich). Er schmeckte allerdings genauso wie die anderen. Bei einer zweiten Gruppe war jeder 14. Chip rot.

Nach dem Ende des Films sammelten die Wissenschaftler alle Dosen ein und zählten die Reste. Und siehe da: Die roten Chips erwiesen sich tatsächlich als Knabberbremsen. Wer eine Dose ohne rote Chips erhalten hatte, mampfte im Schnitt 45 Chips – also etwa die Hälfte. Wesentlich reservierter waren die anderen Probanden. Wer alle 14 Chips einem roten begegnete, hatte sich lediglich 24 gegönnt. Wer alle sieben Chips auf einen roten traf, hatte durchschnittlich sogar nur 20 Chips verzehrt. Insgesamt reduzierte das rote Gebäck den Konsum also um die Hälfte.

Offenbar machte der rote Chip den Probanden den Konsum erst bewusst – und hielt sie davon ab, die Chips gedankenverloren in sich hineinzustopfen. Ein weiteres Indiz dafür: Nach dem Versuch sollten die Teilnehmer schätzen, wie viele Chips sie denn wohl gegessen hatten. Verblüffend: Die roten Gruppen schätzten ihren Konsum fast genau richtig ein. Die Kontrollgruppe glaubte hingegen, dass sie lediglich 32 gegessen hatte – 13 weniger als tatsächlich der Fall war.

Falls Sie das mal selbst ausprobieren wollen, hier das Rezept für die roten Chips: Zunächst tränken sie die normalen Chips in eine Salzwasserlösung, die mit roter Essfarbe versehen ist. Nun legen sie sie bei niedriger Temperatur zum Trocknen in den Ofen und mischen sie unter die restlichen Chips in der Dose. Bon appétit!

Quelle:
Andrew Geier, Brian Wansink und Paul Rozin (2012). Red Potato Chips: Segmentation Cues Can Substantially Decrease Food Intake. Health Psychology, Band 31, Nummer 3, Seite 398-401.

 

[Foto: williac unter cc-by]

 

Kommentare

  1. erstaunlich, wie der Kopf doch leicht unterbewusst ausgetrickst werden kann! Ich kauf rot beim nächsten Mal.

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