Omas Liebling – Enkel profitieren von Zuneigung

Dass Enkel von der Liebe ihrer Großeltern profitieren, kann man sich denken. Eine neue Studie bestätigt das – demnach verhalten sich Kinder nicht nur sozialer, wenn Oma und Opa ihnen nahe stehen. Sie engagieren sich auch stärker in der Schule.

kinderfotoWer der kleine Kerl auf dem Foto ist? Das bin ich – im Alter von etwa zwei Jahren. Das Bild steht heute im Wohnzimmer meiner Oma, bei der ich einen Großteil meiner Kindheit verbracht habe. Weil meine allein erziehende Mutter erst abends von der Arbeit kam.

Sicher, damals gab es Momente, in denen ich mich mit Oma und Opa eher weniger verstanden habe. Vor allem in der Pubertät. Aber im Nachhinein bin ich froh, dass sie immer für mich da waren und, im Falle meiner Oma, auch heute noch sind. Denn sie haben mich mit erzogen und versucht, einen irgendwie okayen Typ aus mir zu machen. Sie waren immer engagiert und interessiert, fuhren mich überall hin und holten mich auch wieder ab.

Dass Enkel von der Liebe ihrer Großeltern profitieren, klingt jetzt wirklich furchtbar binsig. Für diese Erkenntnis braucht man eigentlich keinen Wissenschaftler. Uneigentlich sind Wissenschaftler aber manchmal auch dafür da, Dinge zu bestätigen, die man schon seit langem wusste. Insofern ist die Studie von Jeremy Yorgason von der amerikanischen Brigham Young Universität doch ganz hilfreich.

Der Familienforscher befragte dafür 478 Enkelkinder im Alter zwischen zehn und 14 zu ihrer Beziehung zu ihren Großeltern – wie gern sie sie mochten, wie oft sie sie sahen und mit ihnen sprachen oder ob sie sie regelmäßig um Rat fragten. Sprich: wie eng die Bindung zwischen Enkel und Oma oder Opa war. Außerdem wollte der Forscher wissen, ob die Großeltern die Familie finanziell unterstützten.

Ein Jahr später suchte Yorgason die Kinder erneut auf. Diesmal erkundigte er sich nach deren Entwicklung. Und siehe da: Die emotionale Zuwendung der Großeltern wirkte sich enorm positiv auf die Enkel aus. Jene Kinder, die sich von Oma und Opa geliebt und unterstützt fühlten, waren in der Schule engagierter und verhielten sich ihren Eltern, Freunden und Mitschülern gegenüber wesentlich sozialer. Finanzielles Engagement der Großeltern hinterließ ebenfalls Wirkung – allerdings nur bei Kindern, die bei einem allein erziehenden Elternteil aufwuchsen.

Zugegeben, die Studie hat einige Schwächen. Yorgason unterschied beispielsweise nicht nach dem Geschlecht der Kinder oder ob sich die Unterstützung auf Oma oder Opa bezog. Außerdem gibt es gefühlt 100 andere Dinge, die innerhalb eines Jahres auf ein Kind einwirken. Dennoch finde ich die Studie, wie bereits erwähnt, ganz hilfreich – denn sie zeigt, dass das großelterliche Engagement zumindest nicht schaden kann. Und wenn der ein oder andere von Ihnen jetzt umso dankbarer für die Liebe von Oma und Opa ist, dann ist das doch auch schon mal viel wert.

Quelle:
Jeremy B. Yorgason, Laura Padilla-Walker und Jami Jackson. Nonresidential Grandparents’ Emotional and Financial Involvement in Relation to Early Adolescent Grandchild Outcomes. Journal of Research on Adolescence, 21(3), 552 – 558.

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Kommentare

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  3. Wer schon Großeltern ist oder Großeltern hat – diese Studie bestätigt, wie wichtig sie sind: http://t.co/iI05F0gZ

  4. Da die aktuelle Entwicklung zu einem immer späteren Kinderkriegen führt, dürften die Sprösslinge immer weniger Zeit haben die Grosseltern kennenzulernen. Eine traurige Entwicklung.

    Nicolas

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