Lesenswert – Die zehn besten Texte 2012

Ach herrje, schon wieder fast ein Jahr vorbei. Da in Tagen wie diesen Jahresrückblicke ja schwer in Mode sind – hier meine Liste der zehn besten Artikel 2012. Natürlich völlig subjektiv.

Platz 10: Was Barack mir so schreibt
Worum gehts? Der FAZ-Redakteur Marcus Jauer erhält regelmäßig Post von Barack Obama. Allerdings fragt der US-Präsident ihn dauernd nach Geld. Sehr unterhaltsam.
Der erste Satz: Vor zwei Tagen meldete sich wieder einmal Barack Obama bei mir und hinterließ eine Nachricht in meiner Mailbox.

Platz 9: Unterwegs mit Rammstein
Worum gehts? Alexander Gorkow begleitete die deutsche Band „Rammstein“ einige Tage auf ihrer US-Tournee. Eine Reise, die Narben hinterließ.
Der erste Satz: Thilo »Baby« Goos, Veranstaltungstechnik, Denver Coliseum: »Das, mein Lieber, ist eine der größten Bühnen, die momentan unterwegs sind.«

Platz 8: Warum wir glauben müssen
Worum gehts? Christian Schüle widmet sich im Magazin „Zeit Wissen“ der Psychologie und Philosophie der Religion. Die Anzahl der Leserkommentare ist ein Indiz dafür, wie sehr das Thema die Menschen bewegt.
Der erste Satz: Unbefleckte Empfängnis?

Platz 7: Der Getriebene
Worum gehts? Kann ein Mensch seine Sexualität sein Leben lang unterdrücken?, fragt sich Heike Faller in der „Zeit“ – und begleitet einen Pädophilen bei seiner Therapie.
Der erste Satz: Der Mann, der an diesem Tag im September 2011 in das Büro im Institut für Sexualmedizin kommt, sieht aus wie ein Mensch auf dem Weg zur Urteilsverkündung.

Platz 6: The Island Where People Forget to Die
Worum gehts? Auf der griechischen Insel Ikaria leben außergewöhnlich viele alte Menschen. Warum? Dan Buettner macht sich im Magazin der „New York Times“ auf die Suche nach einer Antwort.
Der erste Satz: In 1943, a Greek war veteran named Stamatis Moraitis came to the United States for treatment of a combat-mangled arm.

Platz 5: Das Leben nach dem Tod in Utøya
Worum gehts? Am 22. Juli 2011 erschoss Anders Breivik auf einer norwegischen Insel 67 Menschen. Lara Fritzsche traf für das „Zeit Magazin“ Überlebende.
Der erste Satz: Es gibt eine Übereinkunft unter den Überlebenden des Massakers auf der norwegischen Insel Utøya am 22. Juli 2011: Wer sich gerade stark genug fühlt, der dreht morgens am Kiosk die Zeitungen um, damit die anderen nicht in sein Gesicht schauen müssen.

Platz 4: Maria und Josef in Neukölln
Worum gehts: Die ZEIT-Reporter Nadine Ahr und Henning Sußebach verkleideten sich als Obdachlose und zogen durch Berlin-Neukölln. Eine aufwühlende Geschichte.
Der erste Satz: Wir Mittelschichtkinder hatten mit vielem gerechnet in dieser klischeebeladenen Kulisse.

Platz 3: „Mami, kannst du mich loslassen?“
Worum gehts? Der großartige Erwin Koch schreibt über die 14-jährige Sarah, die an Leukämie erkrankte: „Die Chancen standen gut. Und sie wollte ja auch nach Amerika. Doch es kam anders.“
Der erste Satz: Sarah fasst sich ans Becken, rechte Seite, und stöhnt auf, es ist 17 Uhr, längst finster im Dorf am 8. Dezember 2007, ein Samstag, die Welt riecht nach Schnee.

Platz 2: A Home at the End of Google Earth
Worum gehts? Saroo Munshi kam in Indien zur Welt und gelangte über abenteuerliche Umwege nach Australien. Zwei Jahrzehnte später machte er sich auf die Suche nach seinen Wurzeln – mithilfe von Google Earth. Ich würde Geld wetten, dass aus dieser Geschichte ein Film entsteht.
Der erste Satz: It was just a small river flowing over a dam, but to five-year-old Saroo Munshi Khan it felt like a waterfall. 

Platz 1: Obama’s Way
Worum gehts? Der ebenfalls großartige Michael Lewis porträtiert für die Vanity Fair US-Präsident Barack Obama – und verwebt das Porträt mit dem Schicksal des Soldaten Tyler Stark. Falls Sie sich fragen, wie man ein faszinierendes Porträt schreibt – hier finden Sie die Antwort.
Der erste Satz: Even af­ter his parachute opened, Tyler Stark sensed he was coming down too fast.

[Foto: ugod unter cc-by]

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