Inspiration (5): Der unschuldig inhaftierte Dewey Bozella

Es gibt Geschichten, die man nicht erfinden kann. Eine davon ist die Lebensgeschichte von Dewey Bozella, der 26 Jahre unschuldig im Gefängnis saß – und sich gestern Nacht einen Traum erfüllte.

Ich weiß nicht, wie es ist, im Gefängnis zu sitzen – erst recht dann nicht, wenn man für eine Tat verurteilt wurde, die man nicht begangen hat. Dewey Bozella weiß es. Der Amerikaner saß 26 Jahre im Gefängnis. Im Jahr 1983 verurteilte ihn ein Gericht in New York zu lebenslanger Haft, weil es ihn für den Mörder einer 92-jährigen Frau hielt. Die Beweislage war zwar äußerst dünn – einige Kleinkriminelle hatten ausgesagt, Bozella habe die Tat begangen -, aber das hielt den Richter nicht von dem drakonischen Urteil ab.

Viele Menschen wären an solch einer ungerechten Behandlung zerbrochen. Dewey Bozella wuchs daran. Er machte im Gefängnis nicht nur seinen Bachelor- und Masterabschluss, sondern fand auch seine wahre Leidenschaft: Boxen. Jeden Tag trainierte er stundenlang. Irgendwann war er so gut, dass er einen Kampf gegen einen Profi bestritt und nur knapp verlor. Doch es wartete ein größerer Kampf auf ihn. Der Kampf für Gerechtigkeit.

Die Organisation „The Innocence Project“, die Justizirrtümer bekämpft, hatte sich seiner angenommen – gemeinsam mit Juristen der renommierten Anwaltskanzlei WilmerHale gelang es tatsächlich, das Gericht eines Tages von Bozellas Unschuld zu überzeugen. Im Jahr 2009 kam Bozella frei. Einen Traum hatte er aber noch.

Jahrzehntelang hatte Bozella von einem echten Boxkampf in Freiheit geträumt – und dieser Traum wurde gestern Wirklichkeit. Bozella trat in Los Angeles im Vorprogramm eines Weltmeisterschaftkampfes auf. Sogar US-Präsident Barack Obama rief Bozella vor dem Kampf an und wünschte ihm Glück. Bozella gewann den Kampf einstimmig nach Punkten. „Früher lag ich in meiner Zelle und habe von diesem Moment geträumt“, sagte Bozella hinterher. „Das war es allemal wert. Mein Traum ist in Erfüllung gegangen.“

Hier Bozellas Lebensgeschichte in einem sehr bewegenden Video:

Vor einigen Monaten erhielt Bozella den „Arthur Ashe Courage Award“ des US-Fernsehsenders ESPN. Hier seine Rede:

Auszug: „Der legendäre Boxtrainer Cus D’Amato sagte einmal: Der Held und der Feigling fühlen dasselbe – Angst. Doch der Held nutzt diese Angst und projiziert sie auf seinen Gegner. Der Feigling hingegen läuft vor ihr weg.“

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