Geistige Blockade – Matheaufgaben können das Gehirn in Panik versetzen

Haben Sie Angst vor Mathematik? Laut einer neuen Studie zeigt sich diese Abneigung sogar im Gehirn. Allein die Aussicht, eine Matheaufgabe lösen zu müssen, aktiviert bei manchen Personen das Angstzentrum.

Der Satz des Pythagoras. Binomische Formeln. Ableitungen. Kurvendiskussionen. Solche gedanklichen Leckerbissen muss jeder Schüler lösen – und die meisten denken daran mit Schrecken zurück. Mal weniger, mal mehr.

Manchen Menschen versetzt allein der Gedanke an Matheaufgaben schon in Panik – und zwar wortwörtlich. So lautet zumindest das Fazit einer neuen Studie (.pdf) von Ian Lyons und Sian Beilock von der Universität von Chicago.

Für ihre Untersuchung gewannen sie 28 Personen. Die Hälfte davon litt unter echter Mathe-Antipathie. Allein die Aussicht, Mathematik-Unterricht nehmen oder eine Reihe von Rechenaufgaben lösen zu müssen, versetzte sie in innere Alarmbereitschaft. Die andere Hälfte hatte diese Ängste nicht.

Nun ließen Lyons und Beilock die Probanden verschiedene Aufgaben lösen, und zwar sowohl Rechen- als auch Textaufgaben. Der Clou: Vor jedem neuen Aufgabenblock erfuhren die Probanden, welche Art von Aufgabe nun folgte. Erschien auf dem Bildschirm ein gelber Kreis, kam als nächstes Mathe dran. Sahen sie einen blauen Kreis, ging es an eine Textaufgabe.

Während des gesamten Experiments waren die Freiwilligen an einen Magnetresonanztomographen angeschlossen. Der erlaubt es den Wissenschaftlern mithilfe von Magnetfeldern, Energieimpulse im Gehirn zu erzeugen. So können die Forscher sehen, welche Hirnareale bei den Versuchspersonen aktiv sind.

Kurios: Bei jenen Probanden, die vor Mathematik echte Panik hatten, reagierte das Gehirn tatsächlich anders: „Je stärker die Angst, desto stärker reagierten jene Gehirnregionen, die den Körper üblicherweise vor Gefahren und Schmerzen warnen“, schreiben Lyons und Beilock. „Schon die Erwartung kann Schmerz bereiten.“

Quelle:
Ian Lyons und Sian Beilock. When Math Hurts: Math Anxiety Predicts Pain Network Activation in Anticipation of Doing Math, PLoS One

[Foto: carbonnyc unter cc-by]

Kommentare

  1. Ich tippe auf erworben. Doch was beantwortet das? Gibt es ein Unterschied bei Ängsten? Mich würde eher interessieren, was man solchen Menschen empfiehlt oder was ich als Coach fragen würde: „was ist die Stärke dahinter“.

  2. Haha, fragt sich nur, ob dies eine erworbene oder genetisch bedingte Angst ist.

Schreibe einen Kommentar

*

Letzter Artikel:
Nächster Artikel: