Der Anblick unseres Partners lindert Schmerzen

Falls Sie sich vor dem Zahnarztbesuch fürchten, nehmen Sie beim nächsten Mal doch einfach ein Foto ihres Partners mit auf den Behandlungsstuhl – denn dessen Anblick lindert laut einer neuen Studie unsere Schmerzen. Sogar messbar.

Vom britischen Psychiater John Bowlby stammt die so genannte Bindungstheorie. Demnach haben alle Menschen das Bedürfnis, eine enge Beziehung zu ihren Mitmenschen aufzubauen, um durch diese Bezugspersonen Sicherheit und Geborgenheit zu empfinden.

Obwohl diese Bindungen besonders in der Kindheit wichtig sind, begleiten sie uns ein Leben lang – mit dem Unterschied, dass an die Stelle der Eltern dann eben der Partner tritt. Wie wichtig der- oder diejenige für unser Wohlbefinden ist, zeigt nun auch eine neue Studie der Psychologieprofessorin Naomi Eisenberger von der Universität von Kalifornien in Los Angeles.

Sie setzte 17 Studentinnen im Labor kurzen Hitzeschocks aus. Mal blickten die Frauen währenddessen auf Fotos ihres Partners, mal sahen sie Porträts eines anderen Mannes, mal Nahaufnahmen verschiedener Gegenstände wie etwa einem Stuhl. Nach dem kurzen Schock sollten die Teilnehmerinnen angeben, wie schmerzvoll sie die künstlich hervorgerufene Hitzewallung gefunden hatten. Und siehe da: Obwohl die Temperatur immer gleich war, empfanden die Frauen den Schmerz am harmlosesten, wenn sie während des Hitzeschocks das Foto ihres Liebsten anguckten.

Mehr noch: Während des Versuchs blickte Eisenberger mithilfe funktioneller Magnetresonanztomographie in die Gehirne der Studentinnen. Auch dort hinterließ der Anblick des Herzblatts Wirkung: Sahen die Probandinnen eine Aufnahme ihres Freundes, fiel einerseits die Reaktion in Hirnregionen, die für Gefühle wie Sicherheit und Geborgenheit zuständig sind, größer aus. Andererseits zeigten Regionen, die bei Angst aktiviert werden, beim Anblick der Partnerfotos eine schwächere Reaktion als beim Anblick fremder Männer oder von Gegenständen.

„Reize, die das menschliche Überleben in der Vergangenheit bedrohten – etwa Schlangen oder Spinnen -, lösen auch heute noch Angst aus“, sagt Eisenberger, „und genauso sorgen Bezugspersonen, die unser Überleben garantieren, für mehr Sicherheit und weniger Angst“. Und lindern somit nicht nur unseren seelischen Schmerz, sondern mitunter auch körperlichen.

Kommentare

  1. Interessantes Ergebnis. Hab ich aber auch nicht anders erwartet.

  2. Rosalie says:

    Am interessantesten fand ich es ja, dass die Studie nur mit Frauen durchgeführt wurde… Es ist ja bekannt, dass diese deutlich emotionaler sind, aber es hätte mich schon sehr interessiert, wie das Experiement mit Männern als Versuchspersonen ausgefallen wäre… Selbst wenn das für das eigentliche Thema vielleicht gar nicht so relevant gewesen wäre, sondern nur dem Vergleich der Geschlechter gedient hätte.

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  1. […] den vergangenen Jahren zahlreiche Methoden gegen Schmerzen gefunden: Seitdem wissen wir, dass der Anblick unseres Partners Schmerzen ebenso lindert wie tiefes Durchatmen. Vanessa Bohns, Psychologin an der Universität von […]

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