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	<title>alltagsforschung.de &#187; Privatleben</title>
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	<description>Psychologie in Beruf und Privatleben</description>
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		<title>Gute Einstellung &#8211; Optimisten leben länger</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Feb 2012 07:10:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Rettig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ist das sprichwörtliche Glas für Sie eher halb voll oder halb leer? Diese Frage gilt nicht nur als Indiz für eine unsere Lebenseinstellung. Eine neue Studie beweist: Die Antwort sagt auch etwas über unsere Lebensdauer aus - Optimisten leben länger. Kurze Frage: Wie würden Sie heute Ihre Gesundheit bewerten? Folgende Optionen haben Sie: Exzellent, ziemlich [...]]]></description>
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<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Ist das sprichwörtliche Glas für Sie eher halb voll oder halb leer? Diese Frage gilt nicht nur als Indiz für eine unsere Lebenseinstellung. Eine neue Studie beweist: Die Antwort sagt auch etwas über unsere Lebensdauer aus - Optimisten leben länger. <span id="more-11215"></span></p>
<p><a href="http://www.alltagsforschung.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/11/smiley.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-9609" title="smiley" src="http://www.alltagsforschung.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/11/smiley-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a>Kurze Frage: Wie würden Sie heute Ihre Gesundheit bewerten? Folgende Optionen haben Sie: Exzellent, ziemlich gut, gut, eher schlecht, sehr schlecht oder "weiß nicht". Auch wenn es sich vielleicht seltsam liest, aber die Antwort auf diese Frage verrät mehr als Ihren momentanen Gemüts- und Gesundheitszustand - sie sagt auch etwas über Ihre Lebensdauer aus.</p>
<p>Das legt zumindest eine neue Studie (<a href="http://www.plosone.org/article/fetchObjectAttachment.action?uri=info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pone.0030795&amp;representation=PDF" target="_blank">.pdf</a>) nahe, die gestern im Wissenschaftsmagazin "PLoS One" erschienen ist. Forscher um Matthias Bopp vom Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Zürich recherchierten dafür das Schicksal von mehr als 8200 Schweizern aus, die von 1977 bis 1979 an einer umfangreichen Umfrage teilgenommen und dabei mehrere Fragen beantwortet hatten - zum einen oben erwähnte nach ihrem derzeitigen Gesundheitszustand. Zum anderen hatten sie Angaben gemacht zu ihrem Geschlecht, ihrer Heimat, ihrem Beziehungsstatus und ihrem Lebensstil, etwa ob sie viel, wenig oder gar nicht rauchten.</p>
<p>Bopp und Co. konnten das Schicksal von knapp 93 Prozent der Befragten recherchieren. Wenig sensationell: Manche waren bereits gestorben, andere lebten noch. Viel überraschender jedoch: Es gab einen deutlichen Zusammenhang zwischen der Antwort auf die Frage nach dem derzeitigen Gesundheitszustand und der Überlebenswahrscheinlichkeit.</p>
<p>Männer, die ihre eigene Gesundheit mit "sehr schlecht" bewertet hatten, waren im Vergleich zu jenen, denen es "blendend" ging, bereits mit drei Mal höherer Wahrscheinlichkeit gestorben! Bei den Frauen mit "sehr schlechter" Gesundheit war das Sterberisiko im Vergleich zu jenen mit "sehr guter" 1,9-mal so hoch. Männer und Frauen mit "schlechter" Gesundheit hatten immerhin ein um 90 Prozent höheres Sterberisiko. Wie Sie in den Bildern sehen können, nahm das Risiko von der optimistischsten zur pessimistischsten Einschätzung kontinuierlich zu: Personen mit "sehr guter" Gesundheit hatten bessere Überlebenschancen als solche mit "guter" Gesundheit, letztere bessere als solche mit "mittelmäßiger".</p>
<div id="attachment_11219" class="wp-caption alignleft" style="width: 238px"><a href="http://www.alltagsforschung.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/02/Männer.png"><img class="size-medium wp-image-11219 " title="Männer" src="http://www.alltagsforschung.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/02/Männer-285x300.png" alt="Männer" width="228" height="240" /></a><p class="wp-caption-text">Männer</p></div>
<div id="attachment_11220" class="wp-caption alignright" style="width: 240px"><a href="http://www.alltagsforschung.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/02/Frauen.png"><img class="size-medium wp-image-11220 " title="Frauen" src="http://www.alltagsforschung.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/02/Frauen-287x300.png" alt="Frauen" width="230" height="240" /></a><p class="wp-caption-text">Frauen</p></div>
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<p>Mehr noch: Selbst unter Berücksichtigung von Risikofaktoren wie Rauchen, chronischen Krankheiten oder hohem Blutdruck blieb der Zusammenhang zwischen selbsteingeschätzter Gesundheit und Sterberisiko bestehen.</p>
<p>Wer seine Gesundheit als sehr gut einschätze, dem sei auch daran gelegen, sie zu Gesundheit fördern und zu erhalten, folgern die Wissenschaftler. Und dazu gehören offenbar auch eine optimistische Lebenseinstellung. Oder auch: der Glaube daran, dass das Glas stehts noch halbvoll ist.</p>
<p><strong>Quelle:</strong><br />
Matthias Bopp, Julia Braun, Felix Gutzwiller, David Faeh (2012). Health Risk or Resource? Gradual and Independent Association between Self-Rated Health and Mortality Persists Over 30 Years. In: PLoS One, Band 7, Ausgabe 2</p>
<p style="text-align: right;">[Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/salty_soul/4690978242/" target="_blank">Jason Hargrove</a> unter <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/" target="_blank">cc-by</a>]</p>
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		<title>Das Beste kommt zum Schluss &#8211; Darum schmeckt der letzte Bissen so gut</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Feb 2012 09:48:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Rettig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Privatleben]]></category>
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<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Bewahren Sie sich das Beste gerne bis zum Schluss auf? Kein Wunder. Laut einer neuen Studie sind Erlebnisse umso intensiver, wenn wir wissen, dass sie nicht wiederkommen. <span id="more-11201"></span></p>
<p>Als Kind war ich ein Riesen-Fan der Fernsehserie "Alf". Ich fand den Humor und die Schlagfertigkeit des braunhaarigen Außerirdischen einfach großartig. Nichtsdestotrotz hatte Alf einige seltsame Angewohnheiten: Seine Leibspeise waren Katzen, und der größte Liebesbeweis in einer Partnerschaft bestand für ihn darin, sich gegenseitig in die Suppe zu spucken und Bauchnabelflusen miteinander zu tauschen.</p>
<p>Doch es gab noch etwas, das den Außerirdischen von Erdenbürgern unterschied: Die Bewohner seines Planeten Melmac wussten auf den Tag genau, wann sie sterben würden.</p>
<p>Ich weiß noch genau, dass ich damals lange darüber nachgedacht habe, ob ich meinen Todestag gerne wissen würde, und ob diese Gewissheit mehr Vor- oder Nachteile hätte. Würde man bewusster leben? Erlebnisse stärken schätzen, Menschen besser behandeln? Oder vor allem seinen Todestag herbeizittern?</p>
<p><a href="http://www.alltagsforschung.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/02/Ende.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-11202" title="Ende" src="http://www.alltagsforschung.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/02/Ende-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" /></a>Tatsache ist: Von Abschieden geht eine enorme Faszination aus. Das zeigt sich nicht nur bei den ganz großen Lebensfragen, sondern auch in völlig banalen Alltagssituationen. Man denke nur an die letzte Seite eines guten Buchs oder den letzten Urlaubstag am Strand.</p>
<p>Schon frühere Studien konnten zeigen: Die Gewissheit, dass etwas zu Ende geht und niemals wiederkommt, verändert unsere Einstellung ganz erheblich. Erinnert man Schüler an das nahende Ende ihrer Schulzeit, wissen sie die Schule plötzlich mehr zu schätzen. Wer über einen Umzug nachdenkt, dem bedeuten Freunde auf einmal wesentlich mehr.</p>
<p>Mehr noch: Der Schlussakt kann sogar unser Geschmacksempfinden manipulieren. Das beweist eine neue Studie (<a href="http://www.sitemaker.umich.edu/eob/files/obrienellsworth_inpress_.pdf" target="_blank">.pdf</a>) von <a href="http://www.lsa.umich.edu/psych/people/directory/profiles/?id=obrieneh" target="_blank">Ed O'Brien</a> und <a href="http://web.law.umich.edu/_facultybiopage/facultybiopagenew.asp?ID=137" target="_blank">Phoebe Ellsworth</a> von der Universität von Michigan. 52 Studenten sollten darin fünf Pralinen probieren, mit unterschiedlichen Geschmacksrichtungen: Vollmilch, Zartbitter, Sahne, Karamel und Mandel. Allerdings wurden die Probanden in zwei Gruppen unterteilt: Gruppe A erfuhr vor der fünften Praline, dass dies die letzte sei, die sie probieren würden. Gruppe B wusste das nicht.</p>
<p>Die Probanden sollten jede Schokolade auf einer Skala von 0 (pfui) bis 10 (lecker) bewerten, ihre Lieblingssorte auswählen und sagen, wie sie das Experiment insgesamt empfunden hatten. Und dabei zeigte sich: Das Wissen um die letzte Schokolade hatte enormen Einfluss auf die Bewertung. Zum einen gaben die Mitglieder von Gruppe A der fünften und letzten Schokolade eine Durchschnittsnote von 8,2 - Gruppe B bewertete sie nur mit 6,3 Punkten. Bei den anderen vier Sorten unterschieden sich die Noten so gut wie gar nicht. Zum anderen sagten 62 Prozent in Gruppe A, dass die fünfte Sorte ihre Lieblingssorte gewesen sei - bei Gruppe B waren es nur 22 Prozent. Und auch das Gesamtexperiment gefiel den Probanden von Gruppe A besser.</p>
<p>"Ein und dasselbe Erlebnis erleben wir intensiver, wenn wir wissen, dass es nicht wiederkommt", resümiert O'Brien. Er nennt dieses Phänomen "positivity bias". Vereinfacht gesagt: Wer sich bewusst ist, dass etwas bald vorbei ist, der will den letzten Moment erst recht genießen - um dadurch gewissermaßen sein persönliches Happy End zu erleben.</p>
<p>Apropos Happy End: Ein solches war meinem Kindheitsheld Alf leider nicht vergönnt. Beim Versuch, sich von seinen Freunden per Raumschiff abholen zu lassen, wurde er von den Behörden entdeckt und umzingelt. Das fand ich damals völlig bescheuert - vielleicht auch deshalb, weil mir nicht klar war, dass es die allerletzte Folge sein würde.</p>
<p><strong>Quelle:</strong><br />
Ed O'Brien und Phoebe C. Ellsworth (2012). Saving the last for best: A positivity bias for end experiences. In: Psychological Science, Band 23, Nummer 2, Seite 163-165.</p>
<p style="text-align: right;">[Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/vizzzual-dot-com/2746476995/" target="_blank">viZZZual.com</a> unter <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/" target="_blank">cc-by</a>]</p>
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		<title>Blick in die Zukunft &#8211; Warum wir unseren Gefühlen trauen sollten</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Feb 2012 10:37:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Rettig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eine neue Studie kommt zu einem faszinierenden Ergebnis: Wer hohes Vertrauen in seine Gefühle hat, kann die Zukunft präziser vorhersagen als jemand, der seinen Gefühlen nicht traut - egal ob es um Politik, Finanzen, Sport oder das Wetter geht. Wann ist die Kälte endlich vorbei? Wie wird der kommende Sommer? Und wer gewinnt die nächsten [...]]]></description>
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<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Eine neue Studie kommt zu einem faszinierenden Ergebnis: Wer hohes Vertrauen in seine Gefühle hat, kann die Zukunft präziser vorhersagen als jemand, der seinen Gefühlen nicht traut - egal ob es um Politik, Finanzen, Sport oder das Wetter geht. <span id="more-11171"></span></p>
<p>Wann ist die Kälte endlich vorbei? Wie wird der kommende Sommer? Und wer gewinnt die nächsten US-Präsidentschaftswahlen? So unterschiedlich diese Fragen sind - eines haben sie gemeinsam: Noch kann sie niemand mit 100-prozentiger Sicherheit beantworten. Die Zukunft hat leider die Angewohnheit, schwer vorhersehbar zu sein.</p>
<p>Einerseits ist das ja auch gut. Seien wir ehrlich: Viele Situationen würden ihren Reiz verlieren, wenn wir den Ausgang schon genau wüssten. Ein Rendezvous wäre nur noch halb so spannend, Fußballspiele auch, Aktiengeschäfte sowieso. Andererseits würden wir die Spannung manchmal liebend gerne gegen Gewissheit eintauschen. Und deshalb geht von der Fähigkeit, in die Zukunft zu blicken, immer noch eine enorme Faszination aus.</p>
<p><a href="http://www.alltagsforschung.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/02/Glaskugel.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-11175" title="Glaskugel" src="http://www.alltagsforschung.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/02/Glaskugel-300x229.jpg" alt="" width="300" height="229" /></a>Mittlerweile jedoch hat sich das Feld der Propheten enorm professionalisiert. Meteorologen wollen das Wetter vorhersagen, Analysten die Börsenkurse, Meinungsforscher die Wahlen. Meist greifen sie dafür auf statistische Modelle oder Umfragen zurück. Solche Methoden stehen Otto Normalverbraucher natürlich nicht zur Verfügung. Aber ist das überhaupt notwendig? Oder anders gefragt: Gibt es eine Methode, seine eigene Vorhersagekraft zu stärken? Ja, behaupten zumindest drei US-Forscher um <a href="http://www.columbia.edu/~tdp4/" target="_blank">Michel Tuan Pham</a>, Marketingprofessor an der Columbia Universität, in einer neuen noch unveröffentlichten Studie (<a href="http://www.columbia.edu/~tdp4/Pham-Lee-Stephen-JCR2012.pdf" target="_blank">.pdf</a>).</p>
<h5>Aus dem Bauch heraus</h5>
<p>Inzwischen wissen Psychologen, dass wir uns bei Einschätzungen und Entscheidungen vor allem von unseren Gefühlen leiten lassen - etwa wenn wir etwas kaufen, unser Leben einschätzen oder ein bestimmtes Risiko bewerten sollen. Manchmal sind solche Entscheidungen aus dem Bauch heraus gut, manchmal nicht. Pham und Co. haben herausgefunden: Unsere Emotionen spielen nicht nur bei solchen Alltagsentscheidungen eine Rolle - sondern auch, wenn wir die Zukunft vorhersagen sollen. Mehr noch: Bestimmte Gefühle tragen dazu bei, unseren Blick in die Glaskugel zu schärfen.</p>
<p>In acht Experimenten sollten insgesamt 1288 Personen verschiedene Situationen prognostizieren. Mal wurden 229 Personen sechs Monate vor der eigentlichen Entscheidung gefragt, ob die Demokraten in den USA eher Hillary Clinton oder Barack Obama für die Präsidentschaftswahlen nominieren würden. Mal sollten 171 Personen vier Tage vorher den Erfolg verschiedener Kinofilme vorhersagen. In anderen Versuchen ging es um das Wetter, die US-Börsenkurse oder die College-Footballmeisterschaft.</p>
<p><a href="http://www.alltagsforschung.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/02/Vorhersagen.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-11178" title="Vorhersagen" src="http://www.alltagsforschung.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/02/Vorhersagen-300x175.jpg" alt="" width="300" height="175" /></a>Im linken Bild sehen Sie die Ergebnisse. Die blauen Säulen zeigen den Anteil richtiger Prognosen von Gruppe A, die roten diejenigen von Gruppe B. Fällt Ihnen etwas auf? Gruppe A schlug sich in allen Versuchen besser - mal nur geringfügig, mal ganz erheblich. Rechnet man alle Versuche zusammen, waren die Vorhersagen von Gruppe A um mehr als 50 Prozent genauer als die Prognosen von Gruppe B.</p>
<p>Waren die Teilnehmer von Gruppe A Verwandte von Nostradamus? Hatten Sie übernatürliche Fähigkeiten? Waren Sie Hobby-Hellseher? Nichts dergleichen. Die Erklärung für die genaueren Prognosen der einen Gruppe ist so simpel wie faszinierend.</p>
<h5>Kleine Manipulation, große Wirkung</h5>
<p>Bevor alle Probanden ihre Tipps abgaben, teilten Pham und Co. sie in zwei Gruppen ein. Den Mitgliedern von Gruppe A wurde mitgeteilt: "Bitte erinnern Sie sich an <em>zwei</em> Situationen, in denen Sie Ihren Gefühlen vertraut haben - und das im Nachhinein goldrichtig war." Bei Gruppe B hingegen hieß es: "Bitte erinnern Sie sich an <em>zehn</em> Situationen, in denen Sie Ihren Gefühlen zu Recht vertraut haben."</p>
<p>Der Clou an der Sache: Den meisten Menschen fallen sofort zwei solcher Erlebnisse ein. Die Konsequenz: Unterbewusst gehen sie davon aus, dass sie ihrem Gefühl trauen können. Aber an zehn gute Bauchentscheidungen erinnert sich spontan kaum jemand - und so denkt er: Meinen Gefühlen kann ich nicht trauen. Diese kleine, aber feine Manipulation wirkte sich erheblich auf die Prognosen aus: Wer seinen Gefühlen traute, traf präzisere Vorhersagen als jemand, der seinem Instinkt skeptisch gegenüberstand.</p>
<p>Pham nennt dieses Phänomen "emotional oracle effect", was so viel heißt wie "emotionaler Orakel-Effekt". Demnach können unsere Gefühle offenbar dazu beitragen, bessere Vorhersagen zu treffen: "Emotionen sind mehr als subjektive und unvollständige Informationen", sagt Pham, "sondern sie umfassen all unser bewusstes und unbewusstes Wissen." Daten und Fakten einerseits, aber auch Erfahrungen und Erlebnisse andererseits.</p>
<p>"Die Zukunft muss gar nicht so schwer zu entziffern sein", resümiert Pham, "wenn wir lernen, unseren Gefühlen zu trauen."</p>
<p><strong>Quelle:<br />
</strong>Michel Tuan Pham, Leonard Lee und Andrew T. Stephen. Feeling the Future: The Emotional Oracle Effect. In: Journal Of Consumer Research, Band 39, Oktober 2012.</p>
<p style="text-align: right;">[Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/golo/954565/" target="_blank">golo</a> unter <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/" target="_blank">cc-by</a>]</p>
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		<title>Time is money &#8211; Warum uns die Zeit-ist-Geld-Einstellung unglücklich macht</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Feb 2012 18:36:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Rettig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wie nutzen Sie Ihre knappe Freizeit? Versuchen Sie, die Zeit zu genießen und zu entspannen? Oder können Sie auch im Privatleben nicht richtig abschalten? Laut einer neuen Studie könnte das viel mit Ihrer Einstellung zu tun haben. "Denkt immer daran: Zeit ist Geld", schrieb bereits im Jahr 1784 Benjamin Franklin, einer der Gründerväter der USA, [...]]]></description>
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<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Wie nutzen Sie Ihre knappe Freizeit? Versuchen Sie, die Zeit zu genießen und zu entspannen? Oder können Sie auch im Privatleben nicht richtig abschalten? Laut einer neuen Studie könnte das viel mit Ihrer Einstellung zu tun haben. <span id="more-11157"></span></p>
<p>"Denkt immer daran: Zeit ist Geld", schrieb bereits im Jahr 1784 Benjamin Franklin, einer der Gründerväter der USA, in seinem Werk "Ratschläge für junge Kaufleute". Der Satz ist bereits über 200 Jahre alt, doch von seiner Gültigkeit hat er nichts verloren. Ganz im Gegenteil.</p>
<p><a href="http://www.alltagsforschung.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/02/uhr.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-11158" title="uhr" src="http://www.alltagsforschung.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/02/uhr-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a>Viele Menschen haben das Gefühl, immer stärker unter Stress zu stehen und immer weniger Zeit für die wirklich wichtigen Dinge zu haben. Freunde, Partner, Hobbys, solche Sachen. Und so versuchen sie krampfhaft, ihren Tag möglichst sinnvoll zu planen, um ihre knappe Zeit auch im Privatleben optimal zu nutzen. Bloß keine Zeit verschwenden. Immer den Blick auf die Uhr richten. Zeit ist Geld!</p>
<p>Die Wahrheit ist jedoch: Langfristig machen Sie sich damit garantiert unglücklich. So lautet das Fazit einer neuen Studie (<a href="http://www.rotman.utoronto.ca/facbios/file/DeVoe%20and%20House,%20JESP.pdf" target="_blank">.pdf</a>) von Sanford DeVoe, Professor an der kanadischen Rotman School of Management, und seinem Doktoranden Julian House.</p>
<p>In einem Experiment fragten sie zunächst 53 Studenten, wie glücklich und zufrieden sie generell mit ihrem Leben waren. Dann ließen sie sie zehn Minuten im Internet herumsurfen. Die Probanden konnten diese Zeit entweder bei Facebook verbringen, Nachrichten lesen, chatten oder spielen. Im Anschluss sollten alle in einem Fragebogen einen kurzen Blick in die Zukunft werfen: Sie sollten prognostizieren, mit welcher wöchentlichen und jährlichen Arbeitszeit sie in ihrem ersten Job rechneten und was sie dort wohl brutto in etwa verdienen würden.</p>
<p>Nun teilten die Wissenschaftler die Teilnehmer in zwei Gruppen. Die eine Hälfte sollte ausrechnen, mit welchem Stundenlohn sie auf der Grundlage ihrer Annahmen rechneten. Die andere Hälfte konnte sich diese Kalkulation sparen. Zu guter Letzt fragten DeVoe und House alle Probanden erneut, wie glücklich sie gerade waren. Und siehe da: Wer seinen Stundenlohn hatte ausrechnen müssen, der war nun nicht glücklicher als vorher - alle anderen hingegen schon. "Wer an den ökonomischen Wert von Zeit erinnert wurde, bei dem verloren die zehn Minuten Faulenzen erheblich an Reiz", resümiert DeVoe. Und dadurch stieg ihr Glücksgefühl auch nicht an.</p>
<p>In den beiden folgenden Experimenten war das Resultat dasselbe. Mehr noch: Hier fanden die Forscher eine mögliche Erklärung für ihre Erkenntnisse. In einem Versuch lauschten die Freiwilligen beispielsweise einer Opernarie. Doch wieder konnten jene Probanden, die zuvor Zeit mit Geld in Verbindung gebracht hatten, die Musik weniger genießen. Sie waren regelrecht ungeduldig und warteten darauf, wann das Stück endlich vorüber sei - und dadurch empfanden sie keinen Genuss mehr.</p>
<p>DeVoe: "Die Zeit-ist-Geld-Einstellung führt dazu, dass die Menschen den wirtschaftlichen Wert der Zeit maximieren wollen - und dadurch ignorieren sie die nicht-messbaren Vorteile jener Erfahrungen, die ihnen eigentlich Spaß bereiten." Wer so denkt, der befürchtet ständig, Zeit vermeintlich zu "verschwenden", und macht sich letztlich selber unglücklich. "Wer Zeit als monetäres Gut sieht, der wird blind für die schönen Dinge des Lebens", warnt DeVoe.</p>
<p>Ein Allheilmittel hat er zwar auch nicht parat. Aber manchmal kann es ja schon helfen, sich diese Gefahr bewusst zu machen.</p>
<p><strong>Quelle:</strong><br />
Sanford E. DeVoe, Julian House. Time, money, and happiness: How does putting a price on time affect our ability to smell the roses? In: Journal of Experimental Social Psychology (in press).</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: right;">[Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/59937401@N07/5856575099/" target="_blank">Images_of_Money</a> unter <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/" target="_blank">cc-by</a>]</p>
<p style="text-align: right;">
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		<title>Der Halo-Effekt &#8211; Warum wir Fair-Trade-Produkte für gesünder halten</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Feb 2012 10:01:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Rettig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Essen Sie gerne Schokolade? Kaufen Sie gerne Produkte aus fairem Handel? Und wollen Sie sich gesund ernähren? Dann seien Sie gewarnt: Laut einer neuen Studie halten wir Fair-Trade-Produkte automatisch für gesünder - sogar Schokolade. Nehmen wir mal an, Sie sehen auf der Straße eine extrem dicke Person - halten Sie diese Person für fleißig, klug [...]]]></description>
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<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Essen Sie gerne Schokolade? Kaufen Sie gerne Produkte aus fairem Handel? Und wollen Sie sich gesund ernähren? Dann seien Sie gewarnt: Laut einer neuen Studie halten wir Fair-Trade-Produkte automatisch für gesünder - sogar Schokolade. <span id="more-11071"></span></p>
<p>Nehmen wir mal an, Sie sehen auf der Straße eine extrem dicke Person - halten Sie diese Person für fleißig, klug und diszipliniert? Oder glauben Sie, dass sie maßlos, faul, willensschwach oder gar dumm ist? Wen halten Sie für klüger: den Schüler mit runder Nickelbrille oder den mit Kontaktlinsen? Sind Blondinen eher schlau oder dumm?</p>
<p>Okay, genug der rhetorischen Fragen, die Antworten scheinen mehr als einleuchtend. Und das liegt am so genannten Halo-Effekt. Entdeckt wurde das Phänomen im 19. Jahrhundert vom US-Verhaltensforscher Edward Lee Thorndike. Und so funktioniert es: Einzelne Eigenschaften einer Person wirken auf uns so dominant, dass sie einen überstrahlenden Gesamteindruck erzeugen. Daher auch der Name, denn "Halo" steht im Englischen für "Heiligenschein".</p>
<p>Verschiedene Wissenschaftler konnten den Effekt in den vergangenen Jahrzehnten nachweisen. Der legendäre Psychologe Solomon Asch las seinen Probanden in einer <a href="http://psycnet.apa.org/index.cfm?fa=search.displayRecord&amp;uid=1946-04654-001" target="_blank">Studie</a> im Jahr 1946 beispielsweise verschiedene Charaktereigenschaft einer Person vor. Wurde diese als warmherzig beschrieben, hielten die Testpersonen sie gleichzeitig auch für großzügig, gutmütig und gesellig.</p>
<p>Aber auch bei der Ernährung spielt der Halo-Effekt eine Rolle - allerdings mitunter eher eine unrühmliche. So halten wir das Essen der Sandwich-Kette Subway gesünder als das von McDonald's - und stopften im Endeffekt mehr Kalorien in uns hinein. Wie sehr der Halo-Effekt unsere Ernährung beeinflussen kann, zeigt jetzt eine neue Studie (<a href="http://sitemaker.umich.edu/norbert.schwarz/files/12_spps_schuldt_et_al_fair_trade.pdf" target="_blank">.pdf</a>) von Psychologen um <a href="http://sitemaker.umich.edu/jschuldt/home" target="_blank">Jonathon Schuldt</a> von der Universität von Michigan. Die Essenz: Schon der Anblick eines Fair-Trade-Labels kann dazu führen, dass wir uns ungesünder ernähren.</p>
<p><a href="http://www.alltagsforschung.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/02/schokolade.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-11080" title="schokolade" src="http://www.alltagsforschung.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/02/schokolade-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a>In zwei Experimenten konfrontierte Schuldt 248 Probanden mit verschiedenen Sorten Schokolade. Vorher hatte er die Verpackungen jedoch manipuliert. Die eine gaukelte den Teilnehmern vor, dass die Schokolade aus fairem Handel stamme. Das Unternehmen zahle den Kakaobauern in Afrika überdurchschnittlich hohe Löhne, kümmere sich um deren Gesundheitsversorgung, spende viel für wohltätige Zwecke und kämpfe gegen Kinderarbeit.</p>
<p>Die andere Verpackung verkündete das genaue Gegenteil. Die Schokofirma sei bekannt für ihre ruppigen Methoden, miesen Löhne und lege sich regelmäßig mit Menschenrechtsgruppen an, weil sie Kinderarbeit fördere. Die Konsequenz: Den Teilnehmern verging buchstäblich der Appetit.</p>
<p>Denn nun sollten sie einschätzen, wie viel Kalorien beide Sorten hätten. Und siehe da: Der Fair-Trade-Schokolade billigten sie am wenigsten Kalorien zu. Nach dem Motto: Wenn das Naschzeug schon unter so menschlichen Bedingungen entstanden ist, dann kann sie unmöglich schlecht sein. Ganz anders war das Resultat bei der Schokolade des miesen Unternehmens: Hier gingen die Teilnehmer von einer wesentlich höheren Kalorienzahl aus.</p>
<p>Mehr noch: Je wichtiger den Probanden ethisches Verhalten war, desto eher glaubten sie bei der Fair-Trade-Schokolade an eine geringere Kalorienzahl - und an eine umso höhere beim unethischen Konkurrenten. Außerdem empfahlen sie die fair gehandelte Schokolade auch wesentlich öfter weiter.</p>
<p>Der Halo-Effekt ist einer dieser <a href="http://www.amazon.de/Ich-denke-also-spinn-ich/dp/3423248734/ref=pd_sim_b_2" target="_blank">psychologischen Effekte</a>, die unser Verhalten immer und überall beeinflussen. Es kann schon helfen, sich deren Wirkung bewusst zu machen. Ob uns das wirklich weiterhilft, ist natürlich eine ganz andere Frage - versuchen Sie das mal jemandem zu erklären, der Lust auf Schokolade hat.</p>
<p><strong>P.S.: </strong>Hier finden Sie meinen Beitrag zu zehn Fakten zur <a href="http://www.alltagsforschung.de/happa-happa-10-psychologische-fakten-uber-essen/" target="_blank">Psychologie des Essens</a>.</p>
<p><strong style="text-align: right;">Quelle:<br />
</strong>Jonathon P. Schuldt, Dominique Muller and Norbert Schwarz (2012). The ''Fair Trade'' Effect: Health Halos From Social Ethics Claims. In: Social Psychological and Personality Science.</p>
<p style="text-align: right;">[Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/johnloo/606739059/" target="_blank">John Loo</a> unter <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/" target="_blank">cc-by</a>]</p>
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		<title>Im Zwiespalt &#8211; Warum fallen leichte Entscheidungen schwer?</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Jan 2012 10:39:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Rettig</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Friedrich Schiller]]></category>
		<category><![CDATA[Grübeln]]></category>
		<category><![CDATA[Jonah Berger]]></category>
		<category><![CDATA[Journal of Consumer Research]]></category>

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		<description><![CDATA["Wer gar zu viel bedenkt, wird wenig leisten", wusste schon der deutsche Dichter Friedrich Schiller. Leider halten wir uns im Alltag selten daran. Wieso fallen uns selbst leichte Entscheidungen so schwer? Zwei US-Wissenschaftler wissen warum. Die Welt ist furchtbar komplex. Pro Tag treffen wir etwa 20.000 Entscheidungen, hat der Hirnforscher Ernst Pöppel mal ausgerechnet. Zugegeben, [...]]]></description>
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<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>"Wer gar zu viel bedenkt, wird wenig leisten", wusste schon der deutsche Dichter Friedrich Schiller. Leider halten wir uns im Alltag selten daran. Wieso fallen uns selbst leichte Entscheidungen so schwer? Zwei US-Wissenschaftler wissen warum. <span id="more-11035"></span></p>
<p>Die Welt ist furchtbar komplex. Pro Tag treffen wir etwa 20.000 Entscheidungen, hat der Hirnforscher Ernst Pöppel mal ausgerechnet. Zugegeben, die meisten davon sind eher banal: Lieber die Zahnbürste mit weichen oder harten Borsten? Im Urlaub besser an den Strand oder in die Berge? Die Wände eher tapezieren oder nur streichen? Genau genommen wird die Antwort auf solche Fragen unser Leben nicht nachhaltig verändern. Demnach erscheint es eigentlich logisch, dass wir uns nur bei Entscheidungen mit größerer Tragweite stärker den Kopf zerbrechen - um möglichst richtig zu handeln. Und wenn wir uns mal festgelegt haben, sind die Auswirkungen durchaus positiv, denn Psychologen wissen: <a href="http://www.alltagsforschung.de/trau-dich-entscheidungen-machen-glucklich/" target="_blank">Entscheidungen machen glücklich</a>.</p>
<p><a href="http://www.alltagsforschung.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/01/grübeln.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-11036" title="grübeln" src="http://www.alltagsforschung.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/01/grübeln-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a>Dennoch fallen uns auch leichte Entscheidungen schwer - zumindest empfinden wir es so. Wir erstellen Pro- und Contra-Listen, wägen Vor- und Nachteile ab, befragen Freunde und Verwandte - mit negativen Folgen, denn <a href="http://www.alltagsforschung.de/ja-nein-jein-%E2%80%93-grubeln-macht-unglucklich/" target="_blank">Grübeln macht unglücklich</a>. Aber warum tun wir uns mit banalen Entscheidungen so schwer? Eine Frage, auf die die beiden US-Wissenschaftler Aner Sela (Universität von Florida) und Jonah Berger (Wharton Business School) eine Antwort gefunden haben.</p>
<h4>Im Zwiespalt</h4>
<p>In einer noch unveröffentlichten Studie (<a href="http://marketing.wharton.upenn.edu/documents/research/Decision_Quicksand.pdf" target="_blank">.pdf</a>), die im August im "Journal of Consumer Research" erscheinen wird, stellten sie Hunderte von Probanden in insgesamt vier Experimenten vor verschiedene Optionen. In einem sollten 106 Personen mit einem Durchschnittsalter von 28 Jahren zwischen zwei Aufgaben wählen. Doch vorab wurden sie in zwei Gruppen geteilt. Die einen gingen davon aus, dass sie ihren Entschluss nicht mehr rückgängig machen konnten. Den anderen wurde mitgeteilt, dass sie ihre Entscheidung noch mal revidieren durften.</p>
<p>Die zwei Aufgaben unterschieden sich im Schwierigkeitsgrad. Bei der komplizierten Aufgabe mussten sie sich eine von vier Möglichkeiten aussuchen. Keine der vier war wirklich besser als die anderen, jede hatte ihre Vor- und Nachteile. Bei der einfachen Aufgabe mussten sich die Teilnehmer lediglich zwischen zwei Optionen entscheiden. Entweder sie verdienten mit einer lustigen, fünf Minuten währenden Aufgabe drei Dollar Stundenlohn - oder sie bekamen für 15 Minuten Langeweile nur 1,50 Dollar pro Stunde. Kein Wunder: Alle entschieden sich für die erste Aufgabe.</p>
<p>Doch viel interessanter war, wie lange die Probanden brauchten: Entscheidend war nicht die Aufgabe an sich - sondern ob die Teilnehmer davon ausgingen, dass sie ihre Wahl noch mal revidieren konnten. Wenn sie davon ausgingen, dass sie sich noch mal umentscheiden durften, brauchten sie doppelt so lange - obwohl der Unterschied zwischen den Optionen nicht allzu groß war. Mit anderen Worten: Die Entscheidung war von geringer Bedeutung - dennoch haderten die Probanden umso länger mit sich.</p>
<p>In den weiteren Versuchen war es ähnlich. In einem Experiment sollten sich 264 Freiwillige einen Flug aussuchen. Die eine Hälfte bekam die Aufgabenstellung in großen und gut leserlichen Buchstaben serviert. Bei der anderen Hälfte war die Aufgabe in kleiner, schwer lesbarer Schrift gehalten. Wenig überraschend: Letztere brauchten zwar länger, weil sie zuerst die Buchstaben entziffern mussten. Doch diese kleine Hürde legte gewissermaßen den geistigen Schalter um: Selbst wenn ihnen klar war, dass die Entscheidung im Grunde unwichtig war, benötigten sie nun etwa 50 Prozent länger.</p>
<p>Dafür verantwortlich ist laut Sela und Berger eine Art Verzerrung: Wir erwarten, dass eine Entscheidung im Grunde unwichtig sein wird, doch plötzlich sehen wir uns mit verschiedenen Optionen konfrontiert. Doch anstatt schnell zu entscheiden, verwechseln wir die Wahlmöglichkeiten und Informationsflut mit Wichtigkeit. Und dadurch entschließt sich unser Gehirn gewissermaßen dazu, einer Entscheidung viel Zeit und Aufmerksamkeit zu widmen - obwohl das streng genommen gar nicht notwendig ist. Die Konsequenz: Aus der gedanklichen Mücke wird der sprichwörtliche Elefant.</p>
<h5>Drei Methoden für schnellere Entscheidungen:</h5>
<p><strong>1. Ein Zeitlimit setzen.</strong> ("In fünf Minuten werde ich mich entschieden haben.")</p>
<p><strong>2. Die Entscheidung delegieren.</strong> Das ist zumindest bei banalen Angelegenheiten machbar.</p>
<p><strong>3. Eine Auszeit nehmen. </strong>Dadurch verhindern wir, uns in Details zu verlieren. Sonst sehen wir den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr - aber genau das ist für eine gute Entscheidung nie verkehrt.</p>
<p><strong>Quelle:<br />
</strong>Aner Sela, Jonah Berger (2012). Decision Quicksand: How Trivial Choices Suck Us In. Journal Of Consumer Research, Band 39.</p>
<p style="text-align: right;">[Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/striatic/2144933705/" target="_blank">striatic</a> unter <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/" target="_blank">cc-by</a>]</p>
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		<title>Gut angelegt &#8211; Warum wir unser Geld für Erlebnisse ausgeben sollten</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Jan 2012 08:45:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Rettig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Privatleben]]></category>
		<category><![CDATA[counterfactual thinking]]></category>
		<category><![CDATA[Emily Rosenzweig]]></category>
		<category><![CDATA[Entscheidung]]></category>
		<category><![CDATA[Erlebnisse]]></category>
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		<category><![CDATA[Journal of Personality and Social Psycholog]]></category>
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		<category><![CDATA[kontrafaktisches Denken]]></category>
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		<category><![CDATA[Zufriedenheit]]></category>

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<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Folgende Situation: Sie müssen sich entscheiden – entweder Sie geben Geld für ein besonderes Erlebnis aus oder für einen Gegenstand. Für Beides reicht Ihr Geld nicht. Was sollten Sie tun? <span id="more-10951"></span></p>
<p><a href="http://cornellpsych.org/sasi/people.php?view=grad&amp;person_id=18" target="_blank">Emily Rosenzweig</a> stand vor einer schwierigen Entscheidung. Eigentlich wollte die Psychologin und Doktorandin der US-Hochschule Cornell mit ihrem Mann in Urlaub fahren, Mexiko sollte es werden. Doch als sie die Preise für die Reise sah, erschrak sie kurz. Denn gleichzeitig wollten die beiden gerne eine neue Küchenzeile kaufen. Die war schon mehr als 30 Jahre alt, rostete langsam, der Gasherd funktionierte auch nicht mehr einwandfrei. Wie sollte Rosenzweig sich entscheiden? Ferien oder Küche, Erlebnis oder Gegenstand?</p>
<p>Vor solchen Entweder-oder-Fragen stehen viele von uns irgendwann. Psychologen kennen die Antwort: Sie würden Ihnen zum Urlaub raten – und zwar aus mehreren Gründen.</p>
<p><a href="http://www.alltagsforschung.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/01/P1080105.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-10952" title="Osorno" src="http://www.alltagsforschung.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/01/P1080105-300x224.jpg" alt="" width="300" height="224" /></a>Zum einen gewöhnen wir uns schneller an Gegenstände. Die Küchenzeile wird irgendwann Teil unseres Alltags, doch die Erinnerung an den Urlaub – falls er denn schön war –, bereitet uns noch lange Freude. Zum anderen neigen Menschen dazu, sich ständig <a href="http://www.alltagsforschung.de/suche-nach-schonheit-warum-wir-uns-mit-anderen-vergleichen/" target="_blank">mit anderen zu vergleichen</a> - nicht nur im Bezug auf ihr Äußeres, sondern auch auf ihre Besitztümer. Und dabei können wir nur verlieren. Denn es wird immer jemanden geben, der vielleicht eine schönere Küche, ein schöneres Haus oder ein schöneres Auto hat.</p>
<p>Doch Emily Rosenzweig hat in einer noch unveröffentlichten <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21843013 " target="_blank">Studie</a> einen weiteren Grund dafür gefunden, warum wir unser Geld eher für Erlebnisse als für Konsumgüter ausgeben sollten: Letztere führen nämlich zu mehr Reue.</p>
<p>In insgesamt fünf Experimenten befragte sie Hunderte von Studenten nach ihren Erfahrungen mit bestimmten Anschaffungen. Vor allem wollte Rosenzweig wissen, ob die Freiwilligen jemals bereut hätten, etwas gekauft zu haben – und ob sie bereut hätten, etwas nicht gekauft zu haben. Und dabei kam heraus: Die Probanden ärgerten sich im Nachhinein meist über materielle Anschaffungen. Anders war es bei Erlebnissen: Hier bereuten die Studenten, etwas nicht gekauft zu haben.</p>
<h4>Was wäre wenn</h4>
<p>Der psychologische Mechanismus von Reue ist das so genannte kontrafaktische Denken (<em>counterfactual thinking</em>). Vereinfacht gesagt neigen Menschen dazu, ihrer Fantasie freien Lauf zu lassen, und dadurch dem Alltag zu entfliehen. Typisch für diese Denkweise sind die "Was wäre wenn"-Fragen. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder imaginieren wir, alles könnte besser sein als die Realität. Etwa: "Wäre ich in ein anderes Hotel gefahren, wäre der Urlaub schöner gewesen." Oder aber wir stellen uns vor, dass alles noch hätte schlimmer kommen können. Motto: "Das Hotel nebenan wäre sicher schlimmer gewesen."</p>
<p>Fakt ist auch: Materielle Anschaffungen führen viel eher dazu, dass wir uns in ein geistiges Schlaraffenland hineinversetzen. Beispiel: "Dieses Auto wäre eigentlich schöner gewesen" oder "Die Küche hätte uns bestimmt besser gefallen". Und dadurch sinnieren wir, ob wir uns beim Kauf dieses oder jenes Produkts wirklich richtig entschieden haben – und eben dieses <a href="http://www.alltagsforschung.de/ja-nein-jein-%E2%80%93-grubeln-macht-unglucklich" target="_blank">Grübeln macht unglücklich</a>. Bei Erlebnissen ist das Gegenteil der Fall – einfach deshalb, weil sie nicht so austauschbar sind wie Produkte und Gegenstände. "Erfahrungen sind einzigartiger als materielle Besitztümer", sagt Rosenzweig, "weil es für sie kaum gleichwertigen Ersatz gibt."</p>
<p>Deshalb entschied sich die Wissenschaftlerin auch für den Mexiko-Urlaub. Eine neue Küche hat sie immer noch nicht gekauft, aber das findet sie halb so schlimm – denn die alte tut's immerhin noch.</p>
<p>Man bereut eben nur die Dinge, die man nicht getan hat.</p>
<p><strong>Quelle:<br />
</strong>Emily Rosenzweig, Thomas Gilovich. Buyer's remorse or missed opportunity? Differential regrets for material and experiential purchases. In: Journal of Personality and Social Psychology (2012), Band 102, Nummer 2, Seite 215-223.</p>
<p><strong>P.S.:<br />
</strong>Das Foto stammt aus meinem privaten Urlaubsarchiv und zeigt den chilenischen Vulkan Osorno - einer der schönsten Orte, die ich jemals gesehen habe.</p>
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		<title>Klatsch und Tratsch &#8211; Warum lästern wir so gerne?</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Jan 2012 09:23:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Rettig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Privatleben]]></category>
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		<description><![CDATA[Viele Menschen lästern gerne über andere. Aber warum eigentlich? Eine neue Studie liefert drei Gründe: Wir fühlen uns danach besser, solidarisieren uns mit anderen und fördern die gesellschaftliche Harmonie. Klatsch und Tratsch haben nicht den allerbesten Ruf. "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst", heißt es in der Bibel - und das schließt heimliche [...]]]></description>
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<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Viele Menschen lästern gerne über andere. Aber warum eigentlich? Eine neue Studie liefert drei Gründe: Wir fühlen uns danach besser, solidarisieren uns mit anderen und fördern die gesellschaftliche Harmonie. <span id="more-10907"></span></p>
<p>Klatsch und Tratsch haben nicht den allerbesten Ruf. "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst", heißt es in der Bibel - und das schließt heimliche Lästereien eigentlich aus. Auch die Klatschpresse genießt ein zweifelhaftes Ansehen, mit all ihren Geschichten aus der Privat- und Intimsphäre der Stars. Doch weder religiöse Gebote noch das Schmuddelimage der Boulevardpresse ändern etwas daran, dass viele von uns gerne über andere Menschen herziehen, die just in den Moment natürlich nicht anwesend sind – und dass wir uns gerne über die neuen Eskapaden von Hollywood-Sternchen austauschen. Klassisches Lästern eben. Egal ob über Bekannte, Kollegen oder Stars.</p>
<p><img class="alignright size-medium wp-image-10908" title="tratschen" src="http://www.alltagsforschung.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/01/tratschen-300x165.jpg" alt="" width="300" height="165" />Doch Klatsch und Tratsch erfüllen noch mehr Funktionen, als bloß unsere Sensationslust zu befriedigen oder die Neugierde zu stillen. Zahlreiche Wissenschaftler haben sich in den vergangenen Jahrzehnten mit der Psychologie des Lästerns beschäftigt. Vereinfacht gesagt lautet ihre Erkenntnis: Ohne Lästern kann eine Gesellschaft nicht funktionieren – und der Einzelne nicht leben.</p>
<p>Der südafrikanische Soziologe Max Gluckman resümierte bereits in den Sechzigerjahren, dass Klatsch ein sozialer Klebstoff ist, der Gruppen zusammenhält. Die Menschen tauschen sich über gemeinsame Normen und Werte aus. Wer die ignoriert, wird isoliert. Ausgrenzen verbindet eben – und sorgt letztendlich für mehr Solidarität und Zusammenhalt. Mehr noch: Die Allgegenwärtigkeit von "Gossip" kann sogar ein Klima schaffen, in dem sich mieses Verhalten nicht mehr lohnt – weil es sofort weiterverbreitet wird und zu sozialer Ächtung führt.</p>
<p>Wie stark das Bedürfnis ist, durch Lästern gesellschaftliche Harmonie zu fördern, zeigt jetzt eine Studie (<a href="http://willer.berkeley.edu/FeinbergWillerStellarKeltner_2012.pdf" target="_blank">.pdf</a>), die in der neuen Ausgabe des "Journal of Personality and Social Psychology" erschienen ist. Im ersten Versuch verbanden Psychologen um <a href="https://sites.google.com/site/matthewfeinbergpsychology" target="_blank">Matthew Feinberg</a> von der Stanford Universität 52 Studenten mit einen Herzfrequenzmonitor, der ihren Puls aufzeichnete. Nun beobachteten die Probanden zwei Personen bei einem Spiel. Nach wenigen Minuten wurde allerdings deutlich, dass einer der beiden Spieler pfuschte, um mehr Punkte zu sammeln - und das ging nicht spurlos an den Beobachtern vorbei. Während sie den Betrüger sahen, stieg nämlich ihr Puls.</p>
<p>Nach einigen Minuten unterbrach Feinberg das Spiel und gab dem einen Teil der Probanden die Gelegenheit, den vermeintlich benachteiligten Spielern eine handgeschriebene Notiz zukommen lassen. Diese Gelegenheit nahmen fast alle Studenten wahr: Sie warnten die Person vor ihrem betrügerischen Spielpartner. Und siehe da: Der Puls sank wieder.</p>
<p>In zwei weiteren Versuchen war das Resultat ähnlich: Wer die negativen Eigenschaften einer Person bei einem Dritten anprangern konnte, der nutzte die Chance auch - und fühlte sich gleich besser. In einem der Experimente nahmen viele Teilnehmer sogar finanzielle Einbußen auf sich, nur um die Läster-Nachricht schreiben zu dürfen. "Wenn wir unmoralisches Verhalten beobachten, wächst unser Frust", sagt Ko-Autor Robb Willer, "wenn wir diese Information weiterreichen können, fühlen wir uns besser."</p>
<p>Das klingt theoretisch prima - funktioniert aber praktisch nicht immer. Wer jemanden wirklich ausnutzen will, wird sich auch nicht davon abhalten lassen, dadurch womöglich zum Ziel von Klatsch und Tratsch zu werden. Aber dennoch zeigt auch diese Studie, dass Lästern durchaus positive Aspekte hat - und liefert eine weitere Erklärung dafür, warum wir es so gerne tun: weil wir uns danach erstens besser fühlen, uns zweitens mit anderen solidarisieren und drittens die gesellschaftliche Harmonie fördern.</p>
<p><strong>Quelle:<br />
</strong>Matthew Feinberg, Robb Willer, Dacher Keltner (2012). Flustered and faithful: Embarrassment as a signal of prosociality. In: Journal of Personality and Social Psychology, Ausgabe 102, Nummer 1, Seite 81-97.</p>
<p style="text-align: right;">[Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/nenzen/3949508569/" target="_blank">nenzen</a> unter <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/" target="_blank">cc-by</a>]</p>
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		<title>Big Spender – Frauenmangel macht Männer spendabel</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Jan 2012 14:02:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Rettig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Privatleben]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenmangel]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenmangel macht Männer spendabel]]></category>
		<category><![CDATA[Geld]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterverhältnis]]></category>
		<category><![CDATA[Journal of Personality and Social Psychology]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[operational sex ratio]]></category>
		<category><![CDATA[Spendierfreude]]></category>
		<category><![CDATA[Vladas Griskevicius]]></category>

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		<description><![CDATA[Schöne Frauen können Männern kräftig den Kopf verdrehen. Auch durch ihre Abwesenheit: Herrscht ein Mangel an Frauen, geben Männer einer neuen Studie zufolge nämlich mehr Geld aus - und machen mehr Schulden. Macon und Columbus, zwei Städte im US-Bundesstaat Georgia, liegen etwa 160 Kilometer voneinander entfernt. Zwar hat Columbus etwa 100.000 Einwohner mehr, aber ansonsten [...]]]></description>
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<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p><a href="http://www.alltagsforschung.de/vorsicht-falle-5-fakten-uber-schone-frauen/" target="_blank">Schöne Frauen</a> können Männern kräftig den Kopf verdrehen. Auch durch ihre Abwesenheit: Herrscht ein Mangel an Frauen, geben Männer einer neuen Studie zufolge nämlich mehr Geld aus - und <a href="http://www.alltagsforschung.de/arm-aber-sexy-%E2%80%93-warum-wir-schulden-machen/" target="_blank">machen mehr Schulden</a>. <span id="more-10889"></span></p>
<p><a href="http://www.alltagsforschung.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/01/großzügigkeit.jpeg"><img class="alignright size-medium wp-image-10871" title="großzügigkeit" src="http://www.alltagsforschung.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/01/großzügigkeit-300x277.jpg" alt="" width="300" height="277" /></a>Macon und Columbus, zwei Städte im US-Bundesstaat Georgia, liegen etwa 160 Kilometer voneinander entfernt. Zwar hat Columbus etwa 100.000 Einwohner mehr, aber ansonsten sind sich die Städte in vielen Belangen ähnlich, politisch und ökonomisch gesehen. Das Medianeinkommen der Männer liegt in beiden Städten bei etwa 24.000 Dollar, das der Frauen bei etwa 23.000. Und doch gibt es einen entscheidenden Unterschied: Die durchschnittliche Pro-Kopf-Verschuldung ist in Columbus fast drei Mal höher als in Macon. Zufall? Mitnichten.</p>
<p>Das behauptet zumindest ein Forscherteam um <a href="http://www.carlsonschool.umn.edu/faculty-research/faculty.aspx?x500=vladasg" target="_blank">Vladas Griskevicius</a>, Marketingprofessor an der Universität von Minnesota. Zusammen mit einigen Kollegen hat er in einer neuen Studie (<a href="http://www.psych.ucsb.edu/research/cep/papers/Griskevicius_etal_inpress_FinancialConsequencesJPSP.pdf" target="_blank">.pdf</a>) eine Erklärung gefunden, die auf den ersten Blick ziemlich, nun ja: abenteuerlich klingt. Eine Ursache für die höhere Verschuldung in Columbus sei nämlich - ein Mangel an Frauen. Aber der Reihe nach.</p>
<p>In Macon kamen im Jahr 2009 auf jede Frau etwa 0,8 Single-Männer, in Columbus hingegen gab es pro Frau 1,2 männliche Singles gab. Mit anderen Worten: In Columbus gab es einen Überschuss an alleinstehenden Männern, in Macon war es genau umgekehrt. Glaubt man der Studie von Griskevicius und seinen Kollegen, dann wirkt sich dieses Missverhältnis auch auf die Spendierfreude aus.</p>
<h4>Kurioser Zusammenhang</h4>
<p>Zu diesem Resultat gelangten die Wissenschaftler in vier unterschiedlichen Untersuchungen. Im ersten Versuch berechneten sie von 120 amerikanischen Städten einerseits die Relation zwischen Single-Männern und Single-Frauen (Anmerkung für <span style="color: #000000;"><del>Klugscheißer</del></span> Experten: Wissenschaftler sprechen lieber vom "operationellen Geschlechterverhältnis", oder auch <em>operational sex ratio</em>).</p>
<p>Andererseits besorgten sie sich Daten über die Anzahl von Kreditkarten, die jeder Bewohner der Städte im Schnitt besaß, sowie über die durchschnittliche Pro-Kopf-Verschuldung. Und dabei bemerkten sie einen Zusammenhang: Je deutlicher die Männer in der Überzahl waren, desto mehr Kreditkarten besaßen die Einwohner – und desto mehr Schulden hatten sie auch.</p>
<p>Zugegeben, dabei handelt es sich dabei erstmal nur um einen kuriosen Zusammenhang (Korrelation), keine Ursache-Wirkungs-Beziehung (Kausalität). Will sagen: Der Mangel an Frauen muss nicht der alleinige Grund dafür sein, warum sich die Menschen stärker verschulden. Deshalb konzipierten die Forscher um Griskevicius weitere Versuche, diesmal im Labor.</p>
<p>Dabei gaukelten sie den Probanden durch Fotos oder Zeitungsartikel drei unterschiedliche Situationen vor: Die einen gingen davon aus, dass Frauen in der Bevölkerung eindeutig in der Überzahl waren, die anderen glaubten an eine Überzahl von Männern. Die dritten rechneten mit einem ausgeglichenen Verhältnis. Nun sollten alle Teilnehmer verschiedene Entscheidungen treffen, die ihnen stets zwei Alternativen boten: Entweder eine kleine finanzielle Belohnung am morgigen Tag oder eine größere Belohnung in 33 Tagen. Und siehe da: Die Männer reagierten völlig unterschiedlich.</p>
<h4>Schnelle Belohnung</h4>
<p>Glaubten sie daran, dass sie in der Überzahl waren, entschieden sie sich wesentlich häufiger für die schnelle, aber geringere Belohnung. Ein ähnliches Resultat erhielten die Wissenschaftler in einem Folgeexperiment. Bei Frauenmangel waren die männlichen Probanden eher dazu bereit, via Kreditkarte Schulden anzuhäufen, außerdem wollten sie 42 Prozent weniger Geld für die Zukunft sparen als der Rest der Freiwilligen. Die weiblichen Teilnehmerinnen ließen sich von den unterschiedlichen Bevölkerungsstrukturen hingegen kaum beeinflussen.</p>
<p>Offenbar sorgt Frauenmangel beim männlichen Geschlecht für erhöhte Spendierfreude - oder, böse formuliert, finanzielle Disziplinlosigkeit. Hauptsache Geld ausgeben - so dachten die Männer offenbar.</p>
<p>Vladas Griskevicius erklärt sich das Ergebnis mit evolutionärem Verhalten. Auch im Tierreich sei es zu beobachten, dass männliche Wesen sich bei akutem Frauenmangel völlig anders verhalten: Vereinfacht gesagt legen sie sich bei der Partnersuche mehr ins Zeug. Der Hintergrund ist ziemlich einleuchtend: Gibt es mehr Männlein als Weiblein, müssen sie sich gegen viele Konkurrenten durchsetzen - denn es ist nunmal nicht für jeden Topf ein Deckel vorhanden.</p>
<p>Auch Menschen reagierten demnach auf akuten Frauenmangel: "Das Geschlechterverhältnis beeinflusst ökonomisches Verhalten und die Psychologie finanzieller Entscheidungen", sagt Griskevicius. Männer geben bei Frauenmangel demnach mehr Geld aus, um damit die Frauen auf ihre Seite zu ziehen. Ob diese Strategie allerdings von Erfolg gekrönt ist, steht natürlich wieder auf einem ganz anderen Blatt.</p>
<p><strong>Quelle:<br />
</strong>Vladas Griskevicius et al (2012). The financial consequences of too many men: Sex ratio effects on saving, borrowing, and spending. In: Journal of Personality and Social Psychology, Band 102, Nummer 1, Seite 69-80.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: right;">[Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/teddydelivery/4038287669/" target="_blank">Teddy Delivery</a> unter <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/" target="_blank">cc-by</a>]</p>
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		<title>Happa happa &#8211; Warum macht der Anblick von Essen hungrig?</title>
		<link>http://www.alltagsforschung.de/happa-happa-warum-macht-der-anblick-von-essen-hungrig/</link>
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		<pubDate>Mon, 16 Jan 2012 13:58:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Rettig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Privatleben]]></category>
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		<category><![CDATA[Max-Planck-Institut für Psychiatrie]]></category>
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		<description><![CDATA[Wollen Sie im neuen Jahr weniger essen? Dann sollten Sie es unbedingt vermeiden, selbst harmlose Fotos von Essen anzuschauen. Laut einer neuen Studie machen Bilder von Nahrungsmitteln nämlich erst recht hungrig - aus hormonellen Gründen. Zugegeben, es klingt ziemlich banal: Wer weniger essen will, sollte um kulinarische Verlockungen einen großen Bogen machen. Restaurantbesuche sollten ausbleiben, [...]]]></description>
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<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Wollen Sie im neuen Jahr weniger essen? Dann sollten Sie es unbedingt vermeiden, selbst harmlose Fotos von Essen anzuschauen. Laut einer neuen Studie machen Bilder von Nahrungsmitteln nämlich erst recht hungrig - aus hormonellen Gründen. <span id="more-10874"></span></p>
<p><img class="alignright size-medium wp-image-9706" title="burger" src="http://www.alltagsforschung.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/11/burger-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" />Zugegeben, es klingt ziemlich banal: Wer weniger essen will, sollte um kulinarische Verlockungen einen großen Bogen machen. Restaurantbesuche sollten ausbleiben, die Stippvisite im Dönerladen ebenfalls. So weit, so klar. Doch das reicht noch lange nicht  - denn schon der Anblick von Fotos, auf denen Essen abgebildet ist, kann bereits Hunger auslösen. Wortwörtlich.</p>
<p>So lautet zumindest das Fazit einer neuen <a href="http://www.nature.com/oby/journal/vaop/ncurrent/full/oby2011385a.html" target="_blank">Studie</a> von Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie in München. Die Forscher um <a href="http://www.mpipsykl.mpg.de/people/schuessler_p.shtml" target="_blank">Petra Schüssler</a> zeigten darin acht Männern unterschiedliche Fotos. Mal sahen sie leckere Speisen, mal nicht essbare Objekte. An verschiedenen Zeitpunkten nahmen ihnen die Wissenschaftler Blut ab. Der Sinn der Sache: Sie wollten die Konzentrationen verschiedener Hormone bestimmen, die an der Nahrungsaufnahme beteiligt sind.</p>
<p>Und siehe da: Wem das sprichwörtliche Wasser im Mund zusammenlief, bei dem kletterte gleichzeitig die Konzentration des Hormons Ghrelin. Dabei handelt es sich um ein so genanntes Eiweißhormon, das sowohl unser Essverhalten als auch körperliche Prozesse zur Nahrungsverwertung steuert.</p>
<p>Die Studie zeige erstmals, dass die Ausschüttung von Ghrelin auch durch äußere Faktoren gesteuert werde: "Unser Gehirn verarbeitet diese optischen Reize", <a href="http://idw-online.de/pages/de/news459214" target="_blank">sagt Schüssler</a>, "und ohne willentliche Kontrolle werden die körperlichen Prozesse gestartet, die unser Appetitempfinden steuern."</p>
<p>Dieser Mechanismus könne dazu führen, bereits wenige Stunden nach dem Frühstück ein Stück Kuchen zu mampfen. Menschen mit Gewichtsproblemen sollten Bilder appetitlicher Lebensmittel demnach möglichst umgehen.</p>
<p><strong>Quelle:</strong><br />
Petra Schüssler et al (2012). Ghrelin Levels Increase After Pictures Showing Food. In: Obesity (Silver Spring).</p>
<p style="text-align: right;"><span style="text-align: right;">[Foto: </span><a style="text-align: right;" href="http://www.flickr.com/photos/chichacha/2323760575/" target="_blank">chichacha</a><span style="text-align: right;"> unter </span><a style="text-align: right;" href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/" target="_blank">cc-by</a><span style="text-align: right;">]</span></p>
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