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	<title>alltagsforschung.de &#187; Beruf &amp; Karriere</title>
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		<title>Lange unterschätzt &#8211; Die Erfolgsgeschichte von Tom Brady</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Feb 2012 15:30:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Rettig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Beruf & Karriere]]></category>
		<category><![CDATA[Erfolg]]></category>
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		<description><![CDATA[Im diesjährigen Super Bowl, dem Endspiel der US-Footballliga NFL, treffen die New York Giants auf die New England Patriots um ihren Star-Quarterback Tom Brady. Aus dessen Erfolgsgeschichte lässt sich einiges lernen - auch für Nicht-Sportler. Vor Beginn jeder Saison verpflichten US-Sportteams die talentiertesten Nachwuchsspieler in einer Art Casting, auch "Draft" genannt. Man muss sich das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Im diesjährigen Super Bowl, dem Endspiel der US-Footballliga NFL, treffen die New York Giants auf die New England Patriots um ihren Star-Quarterback Tom Brady. Aus dessen Erfolgsgeschichte lässt sich einiges lernen - auch für Nicht-Sportler. <span id="more-11135"></span></p>
<p><a href="http://www.alltagsforschung.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/02/Tom-Brady-.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-11137" title="Tom Brady" src="http://www.alltagsforschung.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/02/Tom-Brady--255x300.jpg" alt="" width="255" height="300" /></a>Vor Beginn jeder Saison verpflichten US-Sportteams die talentiertesten Nachwuchsspieler in einer Art Casting, auch "Draft" genannt. Man muss sich das vorstellen wie auf einem Markt: Vertreter aller Teams kommen zusammen und wählen abwechselnd die hoffnungsvollsten Talente. Vorher haben sie bereits Hunderte von ihnen beobachtet und deren Leistungsdaten systematisch ausgewertet. Wie groß und schwer die Spieler sind, wie schnell sie sprinten, wie weit sie springen, wie viele Gewichte sie stemmen können.</p>
<p>Ganze Heerscharen von Analysten versuchen sich damit an der Quadratur des Kreises: Sie wollen prognostizieren, wie erfolgreich ein Spieler als Profi sein wird. Das Prozedere gleicht dem Blick in die Glaskugel, doch mithilfe aller Daten und Fakten wollen die Teams die Fehlerwahrscheinlichkeit minimieren.</p>
<p>Die Draft im Jahr 2000 beweist im Nachhinein zwei Dinge: Zum einen kann selbst das ausgefeilteste System nicht jedes Talent erkennen - und zum anderen kommt es für Erfolg nicht nur auf nackte Zahlen an. Sondern vor allem darauf, wie viel Herz und Selbstbewusstsein man mitbringt.</p>
<p>Im Laufe der Verlosung pickten sich verschiedene Teams für die Position des Quarterbacks, also des Spielmachers, zunächst sechs College-Abgänger heraus. Deren Namen: Chad Pennington, Giovanni Carmazzi, Chris Redman, Tee Martin, Marc Bulger und Spergon Wynn. Die werden Ihnen vermutlich nichts sagen, und das liegt sicher auch daran, dass von diesen sechs niemand mehr Profi-Sportler ist. Als siebter Quarterback wurde damals, in der sechsten Runde, an 199. Stelle, ein gewisser Tom Brady gewählt - und der gilt heute als einer der besten Quarterbacks aller Zeiten.</p>
<p>"Er sah aus, als hätte er noch nie ein Fitnessstudio von innen gesehen", erinnert sich ein ehemaliger Trainer. Brady sei einer der langsamsten Quarterbacks gewesen, sein Wurfarm sei nicht besonders herausragend gewesen - und, wenn man ehrlich sei, habe sich Brady damals nicht viel besser angestellt als ein Schüler. Ein anderer Experte bestätigt, dass es in 40 Jahren NFL-Geschichte keinen langsameren Quarterback gegeben habe.</p>
<p>Und so war es eher Zufall, dass ihn die New England Patriots kurz vor Ende der Veranstaltung noch unter Vertrag nahmen - zunächst als dritten Ersatz-Quarterback. Doch Bradys Selbstbewusstsein schien darunter nicht zu leiden. Offenbar ahnte er, dass seine Zeit noch kommen würde. "Da kam plötzlich diese Bohnenstange auf mich zu", erinnert sich der Milliardär Robert Kraft, Besitzer der New England Patriots, "und stellte sich bei mir vor. Ich sagte zu ihm: 'Ich kenne Dich, wir haben dich doch in der sechsten Runde gedraftet.' Was dann passierte, werde ich nie vergessen. Tom schaute mir lange und tief in die Augen, dann sagte er: 'Das stimmt. Und ich bin die beste Entscheidung, die Ihr Verein jemals getroffen hat.'" Er sollte Recht behalten.</p>
<p>Ein Jahr später verletzte sich der Stamm-Quarterback, Brady sprang ein - und gab seinen Stammplatz nie wieder her. Seitdem hat er mit den New England Patriots drei Super Bowls gewonnen, heute Nacht hat er die Chance auf Sieg Nummer vier. Schon jetzt gilt er als einer der besten Quarterbacks aller Zeiten - der bestbezahlte ist er bereits. Im September 2010 verlängerte er seinen Vertrag bei den Patriots um weitere vier Jahre - insgesamt kann er in dieser Zeit 72 Millionen US-Dollar verdienen. Beruflich läuft es bei ihm ziemlich rund. Auch privat könnte es schlechter laufen: Brady ist seit knapp drei Jahren mit dem brasilianischen Supermodel Gisele Bündchen verheiratet.</p>
<p>Der US-Sportsender ESPN hat die Geschichte von Brady und den sechs vor ihm gedrafteten Quarterbacks vor kurzem verfilmt. Hier der erste Teil der wirklich sehenswerten Dokumentation "The Brady Six" (die restlichen Folgen sehen Sie <a href="http://www.youtube.com/playlist?list=PL2A30DAF419AA2237" target="_blank">hier</a>), die vor allem eines zeigt: Es kommt nicht darauf an, was andere einem zutrauen - sondern was man daraus macht.</p>
<p><object style="height: 390px; width: 540px;" width="540" height="360" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowScriptAccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/npBKRuctmVs?version=3&amp;feature=player_detailpage" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><embed style="height: 390px; width: 540px;" width="540" height="360" type="application/x-shockwave-flash" src="http://www.youtube.com/v/npBKRuctmVs?version=3&amp;feature=player_detailpage" allowFullScreen="true" allowScriptAccess="always" allowfullscreen="true" allowscriptaccess="always" /></object></p>
<p>Nachtrag vom 6.2.2012: Schöner Mist. Ich habe gestern Tom Brady die Daumen gedrückt - leider vergeblich. Das Super-Bowl-Finale ging <a href="http://www.nfl.com/superbowl/story/09000d5d826b086a/article/history-denied-belichick-brady-stymied-by-giants-yet-again?module=HP11_headline_stack" target="_blank">knapp verloren</a>.</p>
<p style="text-align: right;">[Foto: <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/File:Tom_Brady_2011.JPG" target="_blank">Wikimedia Commons</a> unter <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en" target="_blank">cc-by-sa</a>]</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Unter Druck &#8211; Stress senkt den IQ</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Feb 2012 09:54:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Rettig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Beruf & Karriere]]></category>
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		<category><![CDATA[Philosophical Transactions of the Royal Society]]></category>
		<category><![CDATA[Read Montague]]></category>
		<category><![CDATA[Stress]]></category>

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		<description><![CDATA[Kaum etwas ist so umstritten wie der Intelligenzquotient (IQ). Eine neue Studie wird dazu beitragen, am IQ-Mythos noch weiter zu rütteln - denn laut US-Forschern sinkt der IQ bei Druck und Stress ganz erheblich. Feedback ist wichtig. Es steigert die Motivation, und wer über ein gewisses Können verfügt, der will vor allem wissen, was er [...]]]></description>
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<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Kaum etwas ist so umstritten wie der Intelligenzquotient (IQ). Eine neue Studie wird dazu beitragen, am IQ-Mythos noch weiter zu rütteln - denn laut US-Forschern sinkt der IQ bei Druck und Stress ganz erheblich. <span id="more-11091"></span></p>
<p><a href="http://www.alltagsforschung.de/warum-feedback-wichtig-ist/" target="_blank">Feedback ist wichtig</a>. Es <a href="http://www.alltagsforschung.de/schnelles-feedback-steigert-die-motivation/" target="_blank">steigert die Motivation</a>, und wer über ein gewisses Können verfügt, der will vor allem wissen, <a href="http://www.alltagsforschung.de/wer-nicht-fragt-bleibt-dumm-experten-brauchen-negatives-feedback/" target="_blank">was er falsch macht</a>. Wenn wir uns weiterentwickeln wollen, müssen wir uns ständig selbst hinterfragen - und dürfen den Vergleich mit anderen nicht scheuen.</p>
<p>Intelligenztests sind umstritten. Gemessen wird überwiegend verbales und mathematisches Verständnis, am Ende wird aus den Punkten ein Intelligenzquotient (IQ) gebildet. Der soll den Unterschied ausdrücken zwischen Talent (150 Punkte) und Trantüte (70 Punkte).</p>
<p><img class="alignright size-medium wp-image-11092" title="konferenztisch" src="http://www.alltagsforschung.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/02/konferenztisch-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" />Diese Einteilung ist schon heikel genug - vor allem, weil viele immer noch glauben, mithilfe des IQ die Erfolgswahrscheinlichkeit eines Menschen vorhersagen zu können. Nach dem Motto: Wer weit weniger als 100 Punkte erreicht, kann sich die Karriere schon mal abschminken. Solche Vereinfachungen sind so eindimensional wie falsch. Auch deshalb, weil der Wert des IQs mitunter extrem schwankt - und zwar dann, wenn wir während des IQ-Tests unmittelbares Feedback erhalten und uns mit anderen vergleichen müssen.</p>
<p>Zu diesem Ergebnis kommt eine Forschergruppe um den renommierten US- Neurowissenschaftler <a href="http://research.vtc.vt.edu/employees/read-montague/" target="_blank">Read Montague</a> von der Universität Virginia Tech in einer neuen Studie (<a href="http://rstb.royalsocietypublishing.org/content/367/1589/704.full.pdf+html" target="_blank">.pdf</a>). 70 Probanden mit einem Durchschnittsalter von 25 nahmen dafür an standardisierten IQ-Tests teil - und zwar jeweils in Fünfergruppen. Zunächst wurden sie einander vorgestellt, dann setzten sie sich gemeinsam in einen Raum und beantworteten die Fragen mit Stift und Papier.</p>
<p>Nach einer kurzen Pause nahmen alle Teilnehmer Platz an einem Computer. Wieder beantworteten sie die Fragen eines IQ-Tests. Mit zwei entscheidenden Unterschieden: Zum einen gaben sie ihre Antworten zeitgleich ab - und zum anderen erhielten sie unmittelbare Rückmeldung darüber, wie sie sich im Vergleich zu den vier anderen Gruppenmitgliedern geschlagen hatten. Denn nach jeder Frage sahen sie auf dem Monitor ihren Rang unter den fünf Gruppenmitgliedern, außerdem wurde ihnen die Platzierung eines anderen Mitglieds zusätzlich angezeigt. Mal landeten sie weit vorne, mal weiter hinten.</p>
<p>Danach verglichen Montague und Co. die Ergebnisse jener Probanden, die im ersten Durchgang einen ähnlich hohen IQ gehabt hatten. Und siehe da: Das direkte Feedback beim zweiten Test schadete der Leistung. Im Schnitt schrumpfte ihr IQ von etwa 126 um knapp 17 Punkte!</p>
<p>"In Kleingruppen sinkt die geistige Leistungsfähigkeit", sagt Montague, "erst recht, wenn man glaubt, schlechter zu sein als die anderen." Offenbar erhöhen kleine, intime Gruppen den sozialen Druck. Man ist nicht anonym, jeder bemerkt die Leistung des anderen, es entsteht eine unbewusste Hackordnung. Mit der Konsequenz, dass Stress und Einschüchterung buchstäblich aufs Gemüt schlagen. Doch die Studie liefert auch eine versöhnliche Erkenntnis. Sie beweist, dass der Intelligenzquotient ein äußerst wackeliges Konstrukt ist. Offenbar ist seine Höhe immer auch von der jeweiligen Situation ab, in der wir den Test absolviert haben.</p>
<p>Umso vorsichtiger sollten wir mit dem Begriff Intelligenz umgehen. Offenbar ist sie weniger eine stabile, gleichbleibende und vererbbare Eigenschaft, sondern immer auch eine Momentaufnahme. Nicht weniger, aber auch nicht mehr.</p>
<p><strong>Quelle:</strong><br />
Kenneth T. Kishida, Dongni Yang, Karen Hunter Quartz, Steven R. Quartz und P. Read Montague (2012). Implicit signals in small group settings and their impact on the expression of cognitive capacity and associated brain responses. In: Philosophical Transactions of the Royal Society B, Band 367, Seite 704-716.</p>
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		<title>Falsche Folien &#8211; Was bringen Powerpoint-Präsentationen?</title>
		<link>http://www.alltagsforschung.de/falsche-folien-was-bringen-powerpoint-prasentationen/</link>
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		<pubDate>Mon, 30 Jan 2012 10:33:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Rettig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Beruf & Karriere]]></category>
		<category><![CDATA[Aaron Buchko]]></category>
		<category><![CDATA[Computers in Human Behavior]]></category>
		<category><![CDATA[Death by Powerpoint]]></category>
		<category><![CDATA[Erinnerung]]></category>
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		<category><![CDATA[Powerpoint]]></category>
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		<category><![CDATA[Zuhörer]]></category>

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		<description><![CDATA[Schätzungen zufolge werden täglich 30 Millionen Präsentationen mit Powerpoint erstellt. Dadurch sollen die Zuhörer die Inhalte leichter verarbeiten und verinnerlichen. Eine neue Studie warnt: Längst nicht immer wird dieses Ziel erreicht. Im Jahr 1984 präsentierten die Softwareingenieure Dennis Austin und Thomas Rudkin ein neues Programm für den Apple Macintosh namens "Presenter". Schon drei Jahre später verschwand [...]]]></description>
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<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Schätzungen zufolge werden täglich 30 Millionen Präsentationen mit Powerpoint erstellt. Dadurch sollen die Zuhörer die Inhalte leichter verarbeiten und verinnerlichen. Eine neue Studie warnt: Längst nicht immer wird dieses Ziel erreicht. <span id="more-11016"></span></p>
<p>Im Jahr 1984 präsentierten die Softwareingenieure Dennis Austin und Thomas Rudkin ein neues Programm für den Apple Macintosh namens "Presenter". Schon drei Jahre später verschwand der Name wieder. 1987 wurde Austins und Rudkins Unternehmen "Forethought" von Microsoft gekauft und das Programm umbenannt - in "Powerpoint". Seitdem hat sich die Software nicht nur auf Millionen von Rechnern weltweit breit gemacht, sondern auch in Konferenzräumen und Vorlesungssälen. Kaum ein Unternehmensberater oder Uniprofessor kommt noch ohne das Programm aus.</p>
<p><a href="http://www.alltagsforschung.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/01/präsentation.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-11027" title="präsentation" src="http://www.alltagsforschung.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/01/präsentation-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a>Doch jedes enorm erfolgreiche Produkt spaltet auch immer die Geister, und da macht Powerpoint keinen Unterschied. Die einen halten es vereinfacht gesagt für die Pest, da es komplexe Zusammenhänge zu einfach und womöglich falsch darstellt, und dem Zuhörer dadurch letztlich mehr schadet als nützt. Death by Powerpoint eben. Die Befürworter hingegen schätzen, dass der Lernprozess durch die kreative und spielerische Präsentation erleichtert wird. Die Frage ist: Wer hat Recht?</p>
<p>Dieser Frage widmeten sich US-Wissenschaftler um den Managementprofessor <a href="http://www.bradley.edu/academic/departments/bma/faculty/profile.dot?id=113265" target="_blank">Aaron Buchko</a> von der Bradley Universität in Illinois in einer <a href="http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0747563211002603" target="_blank">Studie</a>, die in der kommenden Ausgaben des Fachmagazins "Computers in Human Behavior" erscheinen wird. Um das Ergebnis vorwegzunehmen: Das Präsentationsprogramm kann der Merkfähigkeit der Zuhörer durchaus schaden - dann nämlich, wenn die Folien nur aus bunten Bildchen und Graphiken bestehen.</p>
<h4>Drei Predigten</h4>
<p>Für seine Feldstudie gewann Buchko 84 Mitglieder einer Kirchengemeinde. 34 Männer und 50 Frauen mit einem Durchschnittsalter von 52 lauschten von September bis Dezember 2009 verschiedenen Predigten des Pastors - allerdings in drei unterschiedlichen Versionen. Die eine Gruppe sah während der Predigt einige Schlüsselbegriffe und Phrasen auf Powerpoint-Folien. Die zweite Gruppe erblickte währenddessen entsprechende Bilder oder Fotos, die die Botschaft des Predigers unterstützten. Die dritte Gruppe sah beides - sowohl Bilder, Fotos und Zeichnungen als auch Wörter und Schlüsselbegriffe.</p>
<p>Einige Tage später wollte Buchko testen, was den Zuhörern von den Predigten im Kopf geblieben war und stellte ihnen verschiedene Fragen. Einerseits sollten sie sich an den genauen Inhalt der Folien erinnern, andererseits an die generelle Aussage der Präsentation sowie der gesamten Predigt. Und siehe da: Die Form der Präsentation wirkte sich erheblich auf die Merkfähigkeit aus.</p>
<p>Am besten erinnerten sich die Teilnehmer, wenn sie während der Predigt einige Schlüsselbegriffe in verbaler Form auf den Folien gesehen hatten, die Kombination aus Wörter und Bildern lag auf Platz zwei. Am schlechtesten konnten sie sich erinnern, wenn ausschließlich Bilder auf den Folien zu sehen waren - und zwar sowohl im Hinblick auf die konkreten Inhalte der Folien wie auch die generelle Aussage der Predigt. Damit widerlegt die Studie die Annahme, dass Powerpoint-Präsentationen unbedingt graphische Elemente enthalten müssen.</p>
<p>Doch auch generell zieht Aaron Buchko die Sinnhaftigkeit solcher Folien in Frage. Denn eine Kontrollgruppe lauschte den Predigten ohne den Einsatz von Powerpoint - und sie konnten sich genauso viel merken wie die Testpersonen.</p>
<p><strong>Quelle:<br />
</strong>Aaron A. Buchko, Kathleen J. Buchko, Joseph M. Meyer (2012). Is there power in PowerPoint? A field test of the efficacy of PowerPoint on memory and recall of religious sermons. In: Computers in Human Behavior, Ausgabe 28, Seite 688–695.</p>
<p style="text-align: right;">[Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/rzganoza/4045460073/" target="_blank">Renato Ganoza</a> unter <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/" target="_blank">cc-by</a>]</p>
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		<title>Der Fall des Francesco Schettino &#8211; Warum versagen wir?</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Jan 2012 14:36:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Rettig</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der tragische Unfall der "Costa Concordia" ist vermutlich auf den Kapitän zurückzuführen, der zu allem Überfluss die Passagiere im Stich ließ - Versagen auf ganzer Linie. Wahr ist auch: Jeder versagt manchmal. Die Frage ist nur: Warum? Noch immer sind die genauen Umstände des Schiffsunglücks vor der italienischen Insel Giglio unklar. Doch schon jetzt deutet sich [...]]]></description>
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<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Der tragische Unfall der "Costa Concordia" ist vermutlich auf den Kapitän zurückzuführen, der zu allem Überfluss die Passagiere im Stich ließ - Versagen auf ganzer Linie. Wahr ist auch: Jeder versagt manchmal. Die Frage ist nur: Warum? <span id="more-10925"></span></p>
<p>Noch immer sind die genauen Umstände des Schiffsunglücks vor der italienischen Insel Giglio unklar. Doch schon jetzt deutet sich an, dass der Kapitän der "Costa Concordia" sich während des Untergangs, untertrieben formuliert, nicht unbedingt vorbildlich verhalten hat. Medienberichten zufolge saß Francesco Schettino bereits in einem Rettungsboot, während Tausende von Passagieren noch um ihr Leben kämpften - der denkbar größte Fehler, den ein Kapitän machen kann. "Capitano dilettante", <a href="http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,809862,00.html" target="_blank">witzelt "Spiegel Online"</a>, für "Bild" ist Schettino der <a href="http://www.bild.de/news/ausland/news-ausland/richterin-liess-kapitaen-gehen-22147320.bild.html?wtmc=fb.off.share" target="_blank">"Lügen-Kapitän"</a>.</p>
<p><a href="http://www.alltagsforschung.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/01/versagen.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-10928" title="versagen" src="http://www.alltagsforschung.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/01/versagen-273x300.jpg" alt="" width="273" height="300" /></a>"Er hat nicht nur eine Menge idiotischer Entscheidungen getroffen", sagt der Buchautor und Schiffsexperte John Maxtone-Graham <a href="http://life.salon.com/2012/01/18/the_captain_who_wouldnt_go_down_with_the_ship/" target="_blank">in einem Interview</a>, "dass er das Schiff auch noch viel früher verlassen hat als viele Passagiere und Crew-Mitglieder, ist wirklich unfassbar."</p>
<p>Einerseits stimmt das natürlich. Jeder Kapitän hat nicht nur die Verantwortung für sein Schiff, sondern auch für Besatzung und Passagiere. Das prominenteste Beispiel ist Edward John Smith, Kapitän der "Titanic". Er blieb bis zum bitteren Ende an Bord, seine Leiche wurde nie gefunden. Andererseits ist Schettinos Verhalten nicht völlig unerklärlich - und zwar aus zwei Gründen.</p>
<p>Zum einen ist der Überlebensinstinkt einer unserer stärksten Antreiber. Wenn wir unser Leben bedroht sehen, rüsten wir uns zum Kampf oder ergreifen automatisch die Flucht - so wie Schettino. Zum anderen aber - und das soll das Verhalten des Kapitäns in keinster Weise rechtfertigen -, steckt in jedem von uns ein kleiner Schettino.</p>
<p>Tatsache ist: Beinahe jeder versagt früher oder später einmal - auch wenn die Konsequenzen meist harmloser sind als bei Schiffskapitänen. Schüler leiden unter Prüfungsangst, Studenten fallen durch die Aufnahmeprüfung, Fußballer schießen im entscheidenden Moment neben das Tor, ein Musiker vergisst die Noten, ein Redner seinen Text. So unterschiedlich die Situationen und Folgen auch sein mögen, eines haben sie gemeinsam: Im entscheidenden Moment war der Druck zu hoch.</p>
<p>Klar, ein bisschen Lampenfieber schadet nie. Doch wenn dieses Gefühl überhand nimmt, wirkt sich das negativ auf die Leistung aus. US-Psychologen bezeichnen das als "choking under pressure". Choking heißt wörtlich übersetzt eigentlich "würgen", bedeutet hier aber soviel wie "unter dem Druck zusammenbrechen". Wohlgemerkt: Es geht nicht um eine schlechte Leistung, sondern um Totalversagen. Aber warum passiert uns das überhaupt? Und wie können wir solche Blackouts vermeiden?</p>
<h4>Zwei Erklärungen</h4>
<p>Eine der führenden Expertinnen der Versagensforschung ist <a href="http://psychology.uchicago.edu/people/faculty/sbeilock.shtml" target="_blank">Sian Beilock</a>, Professorin an der Universität von Chicago und Autorin <a href="http://www.amazon.de/Choke-Secrets-Brain-Reveal-Getting/dp/1416596186/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;qid=1326980266&amp;sr=8-1" target="_blank">des Buchs "Choke"</a>. Sie und andere Wissenschaftler führen menschliches Versagen auf zwei Theorien zurück. Die Vertreter der "Distraction Theory" gehen davon aus, dass wir uns in einer extremen Drucksituation auf die falschen Dinge konzentrieren. Wir denken eher an die Situation und ihre Konsequenzen, anstatt uns auf unsere Aufgaben zu fokussieren. Kurzum: Wir werden unaufmerksam. Studien zufolge gilt das aber vor allem bei hohen intellektuellen Herausforderungen, weniger bei Routineaufgaben.</p>
<p>Die Anhänger der <em>"</em>skill-focus theory" sind anderer Ansicht. Sie meinen: Der Druck führt dazu, dass wir uns <em>zu sehr</em> auf die notwendigen Schritte konzentrieren. Wir wollen es unbedingt richtig machen und verkrampfen. "Paralyse durch Analyse", sagt Sian Beilock dazu. Dies gilt ihr zufolge vor allem bei anspruchsvollen, aber automatisierten Tätigkeiten. Die Folge: Etwas, das wir eigentlich im Schlaf beherrschen, fällt uns plötzlich schwer.</p>
<p>Und das führt uns wieder zum Schiffskapitän Francesco Schettino. Auch er wusste genau, wie er sich während des Unglücks zu verhalten hatte - und machte doch alles falsch. Teilweise aus Überlebensinstinkt, teilweise weil er mit dem Druck nicht klar kam. Doch es gibt noch eine dritte Erklärung.</p>
<p>Im vergangenen Jahr fand Sian Beilock mit ihrer Doktorandin Marci DeCaro in einer <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21574739" target="_blank">Studie</a> heraus, dass die Umgebung eine entscheidende Rolle dabei spielt, ob jemand zum Helden oder zum Versager wird - zumindest bei vermeintlichen Routineaufgaben. Das Totalversagen wird demnach umso wahrscheinlicher, je mehr Menschen währenddessen anwesend sind und die Leistung mitbekommen. Und das war bei Schettino und den etwa 4000 Passagieren definitiv der Fall.</p>
<p>Wie man das Versagen vermeidet? Die Antwort ist ziemlich trivial: üben, üben, üben. "Die beste Methode für mehr Stressresistenz und gegen Totalversagen ist es, genau solche Situationen immer und immer wieder zu proben", sagt Beilock. Das machten Profi-Sportler im Training genauso - um für den ernsten Wettkampf, das entscheidende Spiel oder Duell gerüstet zu sein.</p>
<p>Für die Passagiere der "Costa Concordia" kommt diese Erkenntnis leider zu spät.</p>
<p><strong>Quelle:<br />
</strong>Marci S. DeCaro, Robin D. Thomas, Neil B. Albert, Sian L. Beilock (2011). Choking under pressure: multiple routes to skill failure. In: Journal of Experimental Psychology: General. Ausgabe 140, Nummer 3, Seite 390–406.</p>
<p style="text-align: right;">[Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/nimbupani/2407313614/" target="_blank">nimbu</a> unter <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/" target="_blank">cc-by</a>]</p>
<p style="text-align: right;"><strong id="yui_3_4_0_3_1326979286447_1025"><a href="http://www.flickr.com/photos/nimbupani/"><br />
</a></strong></p>
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		<title>Gesunder Geist, gesunder Körper &#8211; Studie findet Zusammenhang zwischen Sport und Schulnoten</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Jan 2012 06:58:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Rettig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Beruf & Karriere]]></category>
		<category><![CDATA[Amika Singh]]></category>
		<category><![CDATA[Archives of Pediatrics and Adolescent Medicine]]></category>
		<category><![CDATA[Freie Universität Amsterdam]]></category>
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		<description><![CDATA[Ist Ihr Kind sportlich? Und gut in der Schule? Das ist kein Zufall - denn laut einer neuen Studie gibt es einen Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität und schulischen Leistungen. Es gibt Dinge, die vergisst man einfach nicht - den Sportunterricht in der Schule zum Beispiel. Beim Zusammenstellen der Mannschaften war es immer dasselbe: Zwei Schüler [...]]]></description>
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<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Ist Ihr Kind sportlich? Und gut in der Schule? Das ist kein Zufall - denn laut einer neuen Studie gibt es einen Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität und schulischen Leistungen. <span id="more-10671"></span></p>
<p>Es gibt Dinge, die vergisst man einfach nicht - den Sportunterricht in der Schule zum Beispiel. Beim Zusammenstellen der Mannschaften war es immer dasselbe: Zwei Schüler watschelten langsam aufeinander zu, indem sie einen Fuß langsam vor den anderen stellten. Meistens riefen sie dabei abwechselnd "Piss-Pott", "Piss-Pott", "Piss-Pott". Wenn der Gegenüber einem auf den Fuß trat, dürfte man sich zuerst einen Mitspieler aussuchen.</p>
<p>Die anderen Schüler saßen derweil auf der Bank, und einige hatten immer dieselbe ernste, traurige Miene - denn sie wussten genau, dass sie jedes, aber auch wirklich jedes Mal an letzter Stelle gewählt würden. Was für eine Erniedrigung - und eine, die Spuren hinterlässt. So etwas steckt doch kein Kind leicht weg. Damit da keine Gerüchte aufkommen: Ich gehörte immer zum gesunden Mittelfeld - keine Sportskanone, aber auch kein Bankdrücker.</p>
<p><a href="http://www.alltagsforschung.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/01/fußball.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-10676" title="fußball" src="http://www.alltagsforschung.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/01/fußball-200x300.jpg" alt="" width="200" height="300" /></a>Häufig gehörten jene unsportlichen Kinder in unserer Klasse auch zu den schwächsten Schülern. Ein Zufall? Nicht unbedingt. Das legt zumindest eine neue <a href="http://archpedi.ama-assn.org/cgi/content/abstract/166/1/49" target="_blank">Studie<br />
</a> nahe, die jetzt im Fachjournal "Archives of Pediatrics and Adolescent Medicine" erschienen ist.</p>
<p><a href="http://www.emgo.nl/team/250/amikasingh/personal-information/" target="_blank">Amika Singh</a> von der Freien Universität Amsterdam durchforstete dafür verschiedene wissenschaftliche Datenbanken - auf der Suche nach Studien, die sich in den vergangenen 20 Jahren dem Zusammenhang zwischen sportlicher Aktivität und Schulnoten gewidmet hatten. Gemeinsam mit ihren Kollegen überprüfte sie deren Titel, bewertete die methodische Qualität und sammelte die verschiedenen Daten. Eine Bedingung: Die Untersuchungen mussten mindestens eine messbare körperliche Aktivität sowie eine messbare akademische Leistung enthalten.</p>
<p>Um es direkt vorweg zu sagen: Besonders ergiebig war Singhs Suche nicht. Sie fand lediglich zehn Beobachtungsstudien (Beispiel: Wie sind die Schulnoten sportlicher und unsportlicher Kinder?) und vier Interventionsstudien (Wie verändern sich die Schulnoten, wenn Kinder Sport treiben?). Nur zwei Untersuchungen attestierte Singh gar eine hohe Qualität. Doch immerhin für ein Fazit reichten die Fundstücke: Es gebe "eine signifikante positive Beziehung" zwischen körperlicher Aktivität und akademischen Leistungen.</p>
<p>Mit anderen Worten: Es scheint einen Zusammenhang zu geben zwischen sportlicher Betätigung und der Leistung in der Schule. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Das bedeutet allerdings noch lange nicht, dass Sport automatisch zu besseren Noten führt. Wer sich jahre- und stundenlang auf dem Fußballplatz, im Schwimmbad oder der Turnhalle rumtreibt, hat logischerweise weniger Zeit für die Hausaufgaben - was seinen Noten nicht unbedingt förderlich sein dürfte.</p>
<p>Es besteht demnach also noch lange keine kausale Beziehung zwischen Sport und Schulnoten, sondern vielmehr eine Korrelation. Denkbar wäre beispielsweise, dass sportliche Aktivität, flapsig formuliert, das Gehirn auf Trab bringt und dadurch indirekt zu besseren Noten führt.</p>
<p>Inzwischen häufen sich zumindest die Studien, die den positiven Effekt physischer Betätigung auf unsere Psyche belegen. Erst im vergangenen Jahr teilte beispielsweise Kirk Erickson von der Universität Pittsburgh für eine <a href="http://www.pnas.org/content/early/2011/01/25/1015950108.abstract" target="_blank">Studie</a> 120 gesunde Senioren im Alter von 55 bis 80 in zwei Gruppen ein. Die eine ging dreimal pro Woche jeweils 40 Minuten walken, die andere beschränkte sich auf regelmäßiges Dehnen und Stretchen. Zusätzlich untersuchten Erickson und seine Kollegen das Gehirn der Freiwilligen - zu Beginn der Studie, nach sechs Monaten und nach einem Jahr.</p>
<p>Ergebnis: Bei der Walkinggruppe war der vordere Bereich des Hippocampus nach einem Jahr um zwei Prozent gewachsen, während er bei der anderen Gruppe um etwa 1,4 Prozent geschrumpft war. Letztere hatte einfach den normalen Alterungsprozess durchlaufen - doch die andere hatte ihn durch das Sportprogramm offenbar nicht nur aufgehalten, sondern sogar umgekehrt. Aber warum?</p>
<p>Eine Erklärung: Im Blut der ersten Gruppe fanden sich erhöhte Mengen des Wachstumsfaktors BDNF. Dieser Signalstoff bildet neues Hirngewebe - und das klappt offenbar auch noch im Alter.</p>
<p><strong>Nachtrag vom 8. Januar:</strong><br />
Amika Singh hat sich bei mir gemeldet und eine wichtige Anmerkung gemacht - und zwar zum Thema Korrelation und Kausalität.</p>
<p><em>"Im Allgemeinen spricht man von Korrelationen, wenn beide Variablen - in unserem Fall Bewegung und Schulnoten -, zum gleichen Zeitpunkt gemessen werden. Diese Studien haben wir aber bewusst ausgeschlossen. Solche Forschungsprojekte gibt es bereits genügend, und man kann auf deren Basis nicht auf Kausalität schlussfolgern.</em></p>
<p><em>Deshalb haben wir nur Beobachtungs- und Interventionsstudien analysiert - denn diese lassen sehr wohl Rückschlüsse auf Kausalität zu. Daher unser Fazit: Mehr Bewegung kann sich positiv auf die Schulnoten auswirken.</em></p>
<p><em>Viele Grüße,</em><br />
<em> Amika Singh</em></p>
<p><strong>Quelle:</strong><br />
Amika Singh et al (2012). Physical Activity and Performance at School: A Systematic Review of the Literature Including a Methodological Quality Assessment. Archives of Pediatrics and Adolescent Medicine. Band 166, Nr. 1, Seite 49-55.</p>
<p style="text-align: right;">[Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/21560098@N06/5595084410/" target="_blank">Nina Matthews</a> unter <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/" target="_blank">cc-by</a>]</p>
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		<title>Nonverbales Zeichen &#8211; Das Gesicht verleiht Autorität</title>
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		<pubDate>Wed, 23 Nov 2011 15:54:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Rettig</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Kooperation]]></category>
		<category><![CDATA[Mimik]]></category>
		<category><![CDATA[Nonverbales Zeichen]]></category>
		<category><![CDATA[Patricia Chen]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Gesicht einer fremden Person wirkt sich nicht nur darauf aus, wie wir sie bewerten. Einer neuen Studie zufolge manipulieren diese nonverbalen Signale sogar unser Verhalten. "Das menschliche Gesicht ist der wohl interessanteste Teil der Erdoberfläche", sagte einst der deutsche Physiker Georg Christoph Lichtenberg - und das längst nicht nur, weil es unser Geschlecht signalisiert. In unserem [...]]]></description>
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<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Das Gesicht einer fremden Person wirkt sich nicht nur darauf aus, wie wir sie bewerten. Einer neuen Studie zufolge manipulieren diese nonverbalen Signale sogar unser Verhalten. <span id="more-10155"></span></p>
<p>"Das menschliche Gesicht ist der wohl interessanteste Teil der Erdoberfläche", sagte einst der deutsche Physiker Georg Christoph Lichtenberg - und das längst nicht nur, weil es unser Geschlecht signalisiert. In unserem Antlitz lässt sich auch sonst einiges ablesen: Unsere Laune zum Beispiel, häufig auch unser ungefähres Alter. Glaubt man einer neuen Studie (<a href="http://www-personal.umich.edu/~cgmyers/JAP_TheHierarchicalFace.pdf" target="_blank">.pdf</a>) von Patricia Chen, Psychologin an der Universität von Michigan, verrät unser Gesicht sogar noch mehr. Demnach schließen andere Menschen schon beim Anblick des Gesichts auf unsere Position - und lassen sich davon sogar manipulieren.</p>
<p><a href="http://www.alltagsforschung.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/11/mount-rushmore.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-10157" title="mount rushmore" src="http://www.alltagsforschung.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/11/mount-rushmore-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a>In einem Versuch zeigte Chen 35 Studenten Porträtfotos von den Dekanen amerikanischer Business Schools - und zwar von jenen Hochschulen, die in der Rangliste des "U.S. News and World Report" auf den ersten 20 Plätzen standen. Die Probanden sollten nun auf einer Skala von eins bis sieben angeben, für wie kooperativ sie die gezeigte Person hielten. Und siehe da: Je besser die Position der Schule im Ranking, desto unkooperativer wurden die Dekane bewertet - ohne dass die Teilnehmer wussten, wie hoch die Schule in der Rangliste stand.</p>
<p>In einem zweiten Experiment sollten Studenten der Uni Michigan in einem Quiz gegen Gleichaltrige antreten. Den einen wurde vorgegaukelt, dass ihr Gegner von der Eliteuni Yale stammte - einer Hochschule, die einen besseren Ruf genießt als die Uni Michigan. Die andere Hälfte glaubte, gegen den Studenten einer wenig angesehenen Hochschule anzutreten. Jene Gruppe konnte sich also gewissermaßen überlegen fühlen.</p>
<p>Nun machte Chen mit ihren Forscherkollegen Fotos der Freiwilligen und zeigte sie anderen Personen, die mit dem Versuch nichts zu tun hatten. Verblüffend: Die Gruppe der vermeintlich überlegenen Studenten wurde als unkooperativer bewertet als Gruppe A. Offenbar führte alleine der Glaube an die eigene Überlegenheit bei den Probanden zu nonverbalen Signalen, die sich auf ihr Erscheinungsbild auswirkten.</p>
<p>Doch solche nonverbalen Hinweisen beeinflussen sich nicht nur, wie wir eine Person bewerten - sondern auch, wie wir uns ihr gegenüber verhalten. Das zumindest legt der dritte und letzte Versuch nahe. Hier bekamen 139 Freiwillige einen der Dekane aus dem ersten Experiment zugeteilt. Wieder hatten die Probanden keine Ahnung, um wen es sich dabei handelte - geschweige denn, wie hoch seine Uni in der Rangliste stand. Sie erfuhren lediglich, dass sie mit der Person das Budget für ihre Studentenorganisation aushandeln sollten. Kurios, aber wahr: Je höher die Dekane im Ranking standen, desto unkooperativer wurden sie angesehen - und desto weniger Geld forderten die Probanden von ihnen in der Simulation.</p>
<p>"Das Abschneiden in einer Rangliste wirkt sich nicht nur schädlich auf die Kooperationsbereitschaft aus, sondern auch auf die nonverbale Kommunikation", resümiert Chen, "und diese Signale werden vom Gegenüber nicht nur bemerkt. Sie ändern auch dessen Verhalten." Offenbar verleiht das Gesicht so etwas wie natürliche Autorität. Mit der Konsequenz, dass andere uns automatisch für mächtiger halten - und uns weniger abverlangen. Wortwörtlich.</p>
<p><strong>Quelle:</strong><br />
Patricia Chen et al. The hierarchical face: Higher rankings lead to less cooperative looks. In: Journal of Applied Psychology, forthcoming.</p>
<p style="text-align: right;">[Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/kim-bur-lee/5046392396/" target="_blank">Kimberly Robyn</a> unter <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nd/2.0/deed.de" target="_blank">cc-by-nd</a>]</p>
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		<title>Das große Ganze – Widerstände machen kreativ</title>
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		<pubDate>Wed, 23 Nov 2011 08:40:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Rettig</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Feldtheorie]]></category>
		<category><![CDATA[Hindernis]]></category>
		<category><![CDATA[Janina Marguc]]></category>
		<category><![CDATA[Johann Wolfgang von Goethe]]></category>
		<category><![CDATA[Journal of Personality and Social Psychology]]></category>
		<category><![CDATA[Kreativität]]></category>
		<category><![CDATA[Kurt Lewin]]></category>
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		<description><![CDATA[Ablenkungen und Versuchungen schaden häufig der Konzentration. Doch eine neue Studie behauptet: Hindernisse können durchaus kreativer machen – weil sie unsere Sicht auf die Dinge verändern. Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt. Im Alltag läuft selten etwas genau so, wie wir es vorher erwartet haben. Überall lauern Überraschungen und Widerstände, die uns [...]]]></description>
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<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p><a href="http://www.alltagsforschung.de/alle-achtung-ablenkungen-fordern-die-konzentration/" target="_blank">Ablenkungen</a> und Versuchungen schaden häufig der Konzentration. Doch eine neue Studie behauptet: Hindernisse können durchaus kreativer machen – weil sie unsere Sicht auf die Dinge verändern. <span id="more-10112"></span></p>
<p>Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt. Im Alltag läuft selten etwas genau so, wie wir es vorher erwartet haben. Überall lauern Überraschungen und Widerstände, die uns den direkten Weg zum Ziel verbauen. Schon ärgerlich, oder?</p>
<p>Nicht unbedingt, meint zumindest <a href="http://home.medewerker.uva.nl/j.marguc/" target="_blank">Janina Marguc</a>. Die Doktorandin von der Universität von Amsterdam hat sich in einer neuen <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21875228" target="_blank">Studie</a> mit den Auswirkungen geistiger Ablenkungen beschäftigt – und kommt dabei zu einem durchaus überraschenden Ergebnis: Demnach können Widerstände uns sogar kreativer machen. Es kommt bloß darauf an, wie wir mit ihnen umgehen.</p>
<p><a href="http://www.alltagsforschung.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/11/hindernis.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-10063" title="Hindernis" src="http://www.alltagsforschung.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/11/hindernis-300x199.jpg" alt="" width="293" height="193" /></a>In sechs unterschiedlichen Versuchen testete Marguc, wie sich Störungen und Hindernisse auf den Einfallsreichtum der Probanden auswirkten. In einem Experiment sollten 25 Studenten verschiedene Anagramme lösen. Die eine Hälfte trug währenddessen Kopfhörer, über die sie gelegentlich einzelne Wörter hörten. Mit anderen Worten: Sie mussten einen Weg finden, sich davon nicht allzu sehr ablenken zu lassen, und trotzdem konzentriert zu bleiben. Die andere Hälfte konnte sich der Aufgabe in Ruhe widmen, sie diente als Kontrollgruppe.</p>
<p>In der zweiten Runde absolvierten alle einen weiteren Test, bei dem ihre Kreativität gefragt war. Und hier zeigten die Gruppen eine völlig andere Denkweise: Die Kopfhörer-Gruppe war wesentlich kreativer als die Kontrollgruppe. Sie fokussierte sich mehr auf das große Ganze als auf kleine Einzelheiten - ein Verhalten, das neue Erkenntnisse im Alltag eher zu Tage fördert als übertriebene Detailverliebtheit.</p>
<p>In einer weiteren Studie sollten Freiwillige einen Gegenstand am Computer durch ein Labyrinth navigieren. Doch bei der Hälfte der Teilnehmer erschien plötzlich ein Hindernis, dass den direkten Weg zum Ziel versperrte – also mussten sie einen Weg finden, es zu umschiffen. Auch hier wirkte sich die temporäre Ablenkung nicht negativ auf die Kreativität aus – ganz im Gegenteil: Jene Probanden zeigten sich in Folgeversuchen wesentlich einfallsreicher. Offenbar erweiterte das Hindernis den geistigen Horizont.</p>
<p>Die Untersuchung basiert auf Erkenntnissen des legendären Psychologen Kurt Lewin. In seiner Feldtheorie philosophierte er bereits im Jahr 1935 über Barrieren, die uns den direkten Weg von A nach B versperren - und die uns dazu zwingen, einen Umweg zu finden, der uns zunächst vom eigentlichen Ziel wegführt.</p>
<p>Wer einem Hindernis begegnet, hat demnach zwei Möglichkeiten: Er kann die sprichwörtliche Flinte ins Korn werfen oder sich dadurch erst recht angestachelt fühlen und trotzdem einen Weg ins Ziel finden. Nach dem Motto: “Jetzt erst recht!” Wer sich für Zweiteres entscheidet und über eine passende Strategie grübelt, blickt durch das Hindernis eher auf das große Ganze - und denkt kreativer.</p>
<p>"Hindernisse können durchaus wertvoll sein", resümiert daher Janine Marguc, "sie erhöhen die Motivation, steigern den Ehrgeiz und fördern kreatives Denken." Natürlich nur unter der Voraussetzung, dass sie uns nicht völlig aus der Bahn werfen.</p>
<p>Wer gerade konzentriert an einer Aufgabe brütet und vom lauten Kollegen abgelenkt wird, muss eben einen Weg finden, mit dem Krach umzugehen. Dadurch verändert sich gleichzeitig unsere Sicht auf die momentane Aufgabe – so dass wir mitunter eher eine Lösung finden, als wenn wir allein und ungestört im stillen Kämmerlein sitzen. Auch Kritik von anderen lasse sich somit in positive Energie umwandeln, meint Marguc – weil sie uns dazu zwingt, alte Pfade zu verlassen und stattdessen neue einzuschlagen.</p>
<p>"Das Gleiche lässt uns in Ruhe", wusste schon Johann Wolfgang von Goethe, "aber der Widerspruch ist es, der uns produktiv macht." Und mitunter also auch kreativ.</p>
<p>Hauptsache, es besteht kein übertriebener Zeitdruck - wie dieses putzige Video zeigt.</p>
<p><object style="height: 390px; width: 540px;" width="540" height="360" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowScriptAccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/jgvx9OfZKJw?version=3&amp;feature=player_detailpage" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><embed style="height: 390px; width: 540px;" width="540" height="360" type="application/x-shockwave-flash" src="http://www.youtube.com/v/jgvx9OfZKJw?version=3&amp;feature=player_detailpage" allowFullScreen="true" allowScriptAccess="always" allowfullscreen="true" allowscriptaccess="always" /></object></p>
<p><strong>Quelle:</strong><br />
Janina Marguc, Jens Förster und Gerben A. Van Kleef. Stepping Back to See the Big Picture: When Obstacles Elicit Global Processing. Journal of Personality and Social Psychology, 2011, Vol. 101, No. 5, 883–901</p>
<p style="text-align: right;">[Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/soldiersmediacenter/4473414070/" target="_blank">soldiersmediacenter</a> unter <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/" target="_blank">cc-by</a>]</p>
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		<title>Schief gewickelt &#8211; Die Körperhaltung beeinflusst unser Denken</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Nov 2011 13:35:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Rettig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Beruf & Karriere]]></category>
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		<description><![CDATA[Wie hoch ist der Eiffelturm? Wie schwer ist ein Elefant? Wie viele Sprachen gibt es auf der Welt? Ob Sie eher eine zu hohe Zahl nennen oder eine zu niedrige, ist auch von ihrer Körperhaltung abhängig. So lautet zumindest das Fazit einer kuriosen Studie von Psychologen um Anita Eerland von der Erasmus Universität in Rotterdam. In [...]]]></description>
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<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Wie hoch ist der Eiffelturm? Wie schwer ist ein Elefant? Wie viele Sprachen gibt es auf der Welt? Ob Sie eher eine zu hohe Zahl nennen oder eine zu niedrige, ist auch von ihrer Körperhaltung abhängig. <span id="more-9762"></span></p>
<p>So lautet zumindest das Fazit einer kuriosen Studie von Psychologen um Anita Eerland von der Erasmus Universität in Rotterdam. In zwei Versuchen stellten sich insgesamt 91 Studenten auf das so genannte Balance Board der Spielkonsole Wii. Allen wurde auf einem Monitor vorgegaukelt, dass sie aufrecht auf dem elektronischen Brett standen – allerdings stimmte das nicht. Eerland und Co. hatten das Balance Board vorher heimlich verstellt: Die eine Gruppe hatte eine leichte Neigung nach links, die andere nach rechts. Nur die dritte Gruppe stand tatsächlich gerade.</p>
<p><img class="alignright size-medium wp-image-9765" title="eiffelturm" src="http://www.alltagsforschung.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/11/eiffelturm1-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" />Nun bekamen alle Teilnehmer 39 Schätzfragen gestellt, darunter die nach der Höhe des Eiffelturms oder dem Gewicht eines Elefanten. Und siehe da: Die Körperhaltung wirkte sich auf die Antworten aus. Hatten die Probanden einen leichten Linksdrall, gerieten ihre Tipps meist am kleinsten - fast immer unterschätzten sie die Dimension der gesuchten Antwort. Standen sie hingegen gerade oder hatten einen Rechtsdrall, nannten sie tendenziell größere Zahlen.</p>
<p>Schuld daran ist laut Eerland das Konzept des mentalen Zahlenstrahls. Der geht auf Erkenntnisse des bereits verstorbenen Psychologen Frank Restle zurück. Er entdeckte, was seitdem zahlreiche Wissenschaftler bestätigen konnten: Kleinere Zahlen sortieren wir geistig gewissermaßen automatisch nach links, größere Zahlen nach rechts. Stehen wir nun leicht nach links gelehnt, kommen uns kleine Zahlen dementsprechend leichter in den Sinn. Bei körperlichem Rechtsdrall hingegen denken wir eher an größere Zahlen. Und das wirkt sich auch auf Einschätzungen von Größen, Höhen und Gewichten aus.</p>
<p>Apropos: Der Eiffelturm ist knapp 325 Meter hoch, ein Elefant wiegt zwischen zwei und fünf Tonnen und auf der Welt gibt es etwa 7000 Sprachen.</p>
<p><strong>Quelle:<br />
</strong>Anita Eerland, Tulio M. Guadalupe, Rolf A. Zwaan. Leaning to the Left Makes the Eiffel Tower Seem Smaller: Posture-Modulated Thought. Psychological Science (in press).</p>
<p style="text-align: right;">[Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/patsch/4374209076/" target="_blank">pppspics</a> unter <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/" target="_blank">cc-by</a>]</p>
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		<title>Gemeinsames Ziel &#8211; Die Macht sozialer Bindungen</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Nov 2011 09:30:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Rettig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Beruf & Karriere]]></category>
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		<category><![CDATA[Zusammenarbeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Niemand ist gern allein - außer vielleicht ein paar Sonderlingen. Die meisten brauchen andere Menschen, um glücklich zu sein. Eine neue Studie zeigt: Der Wunsch nach Gemeinschaft kann uns sogar motivieren. "Keine menschliche Eigenschaft ist erstaunlicher als unser Drang, mit anderen zu sympathisieren", schrieb der britische Philosoph und Ökonom David Hume bereits im 18. Jahrhundert [...]]]></description>
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<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Niemand ist gern allein - außer vielleicht ein paar Sonderlingen. Die meisten brauchen andere Menschen, um glücklich zu sein. Eine neue Studie zeigt: Der Wunsch nach Gemeinschaft kann uns sogar motivieren. <span id="more-9679"></span></p>
<p>"Keine menschliche Eigenschaft ist erstaunlicher als unser Drang, mit anderen zu sympathisieren", schrieb der britische Philosoph und Ökonom David Hume bereits im 18. Jahrhundert in seinem "Traktat über die menschliche Natur". Damit nahm er vorweg, was zahlreiche Psychologen in den vergangenen Jahren bestätigen konnten: Kaum jemand legt es bewusst darauf an, den einsamen Wolf zu spielen. Stattdessen gehört das Bedürfnis nach sozialen Bindungen zu unseren mächtigsten Antreibern – ganz gleich ob im Berufs- oder Privatleben.<br />
<img class="alignright size-medium wp-image-9680" title="netzwerk" src="http://www.alltagsforschung.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/11/netzwerk-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200"/><br />
Wie mächtig und wirksam dieser Wunsch nach Zugehörigkeit ist, beweist nun auch eine neue Studie (<a href="http://www.stanford.edu/~gwalton/home/Welcome_files/WaltonCohenCwirSpencer2011.pdf" target="_blank">.pdf</a>), die in einer kommenden Ausgabe der Fachzeitschrift "Journal of Personality and Social Psychology" erscheinen wird.</p>
<p>Psychologen um <a href="http://www.stanford.edu/dept/psychology/cgi-bin/drupalm/gwalton" target="_blank">Gregory Walton</a> von der Universität Stanford dachten sich dafür vier Experimente aus. Für den ersten Versuch gewann Walton 43 Frauen und 29 Männer, die alle zumindest ein gewisses Interesse an Mathematik hatten.</p>
<p>Zunächst teilte Walton die Teilnehmer in drei Gruppen. Zwei Gruppen lasen einen fast identischen Text. Darin schilderte ein Mathematik-Absolvent sein gerade beendetes Studium. Die beiden Texte unterschieden sich lediglich durch die Schilderung der Fakultät. Gruppe A erfuhr, dass der Absolvent an einer Fakultät studiert hatte, die vor allem die individuellen Fähigkeiten und Interessen der Studenten fördern wollte. Gruppe B hingegen las von einer Fakultät, die hohen Wert auf Kooperation, Zusammenarbeit und freundlichen Umgang legte.</p>
<p>Man könnte auch sagen: Jener Fakultät waren soziale Bindungen und ein Gefühl der Zugehörigkeit wichtiger. Dieser Eindruck wurde durch ein Foto verstärkt. Gruppe A sah lediglich ein Foto des Studenten, Gruppe B blickte auf ein Bild des Studenten mit einem Mentor. Eine dritte Gruppe diente als Kontrollgruppe, sie las keinen Text.</p>
<p>Nun legte Walton allen ein Mathequiz vor, das in Wahrheit unlösbar war – was er ihnen natürlich nicht sagte. Denn er wollte herausfinden, wie eifrig die Probanden dabei zu Werke gingen. Und vor allem: ob die unterschiedliche Lektüre sich auf den Eifer der Teilnehmer auswirkte. Aber hallo. Die Freiwilligen aus Gruppe B widmeten sich der Aufgabe im Schnitt elf Minuten, Gruppe A beendete das Rätsel bereits nach knapp acht Minuten. Die Kontrollgruppe gab nach etwa sechs Minuten auf.</p>
<p>Außerdem fragten die Wissenschaftler die Teilnehmer auch, wie interessiert sie an Mathematik waren. Und siehe da: Wieder hatte Gruppe B die mit Abstand höchste Motivation – unabhängig davon, ob sie auch im wahren Leben echte Mathefreaks waren, sich dort besonders gut auskannten oder herausragende Noten schrieben.</p>
<p><strong>Entscheidender Auslöser</strong></p>
<p>Der entscheidende Auslöser war offenbar die Lektüre des Textes. Die Freiwilligen aus Gruppe B hatten dort ja erfahren, dass sie an der Fakultät eben nicht nur pauken und an ihren individuellen Fähigkeiten arbeiten konnten; sondern dass sie dort auch in der Lage wären, ihre sozialen Bindungen zu stärken – und genau das steigerte ihre Motivation.</p>
<p>Denselben Mechanismus fanden die Wissenschaftler auch in drei weiteren Experimenten. In einem lasen die Probanden wieder einen Text, genauso wie im ersten Versuch. Wieder schilderte ein Absolvent sein Studium, wieder waren die Texte identisch – bis auf einen entscheidenden Unterschied: Den Probanden von Gruppe A wurde vorgegaukelt, dass der Autor am selben Tag Geburtstag habe wie sie. Ergebnis: Sie engagierten sich im anschließenden Mathetest am stärksten.</p>
<p>Auch wenn es trivial klingt: Der Geburtstag einer Person ist Teil ihrer Identität. Wer also mit jemandem einen Geburtstag teilt, der baut zumindest eine gewisse Bindung zu ihm auf. Und daher ist er eher dazu bereit, ihm nachzueifern – in diesem Fall eben im Lösen einer Mathematikaufgabe.</p>
<p>"Ein Gemeinschaftsgefühl steigert die Motivation", resümiert Gregory Walton. Denn Menschen seien daran interessiert, soziale Bindungen zu formen und aufrecht zu erhalten, zumal die Zugehörigkeit zu einer Gruppe das Selbstwertgefühl steigere - und wer gemeinsame Interessen und Ziele hat, der stärkt diese Bindungen.</p>
<p>Genau hier sieht Walton auch eine Lektion für Führungskräfte. Sie sollten bei der täglichen Arbeit vor allem auf das Zugehörigkeitsgefühl achten - denn das steigere die Motivation und den Ehrgeiz der Beschäftigten. Und zwar stärker, als wenn jeder nur an seiner eigenen Entwicklung interessiert ist.</p>
<p><strong>Quelle:<br />
</strong>Walton, Gregory M., et al. Mere belonging: The power of social connections. Journal of Personality and Social Psychology.</p>
<p style="text-align: right;">[Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/hanspoldoja/5001818922/" target="_blank">hanspoldoja</a> unter <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/" target="_blank">cc-by</a>]</p>
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		<title>Montagsblues &#8211; Haben Sie genug Leidenschaft?</title>
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		<pubDate>Mon, 24 Oct 2011 07:44:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Rettig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Beruf & Karriere]]></category>
		<category><![CDATA[Beruf]]></category>
		<category><![CDATA[Ehrgeiz]]></category>
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		<category><![CDATA[Leidenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Robert Vallerand]]></category>
		<category><![CDATA[Zufriedenheit]]></category>

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		<description><![CDATA[Montagmorgen. Der Beginn einer neuen Arbeitswoche. Mal ehrlich: Finden Sie den Gedanken an die kommenden fünf Tage unerträglich? Freuen Sie sich jetzt schon auf Freitagnachmittag? Dann fehlt es Ihnen vermutlich an Leidenschaft. Leistungsdruck hier, Burn-out dort – selten wurde so viel über Unzufriedenheit im Job geklagt. Wer morgens einen Pendlerzug betritt, blickt häufig in frustrierte, [...]]]></description>
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<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Montagmorgen. Der Beginn einer neuen Arbeitswoche. Mal ehrlich: Finden Sie den Gedanken an die kommenden fünf Tage unerträglich? Freuen Sie sich jetzt schon auf Freitagnachmittag? Dann fehlt es Ihnen vermutlich an Leidenschaft. <span id="more-9478"></span></p>
<p><img class="alignright size-medium wp-image-9479" title="feuer" src="http://www.alltagsforschung.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/10/feuer-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" />Leistungsdruck hier, Burn-out dort – selten wurde so viel über Unzufriedenheit im Job geklagt. Wer morgens einen Pendlerzug betritt, blickt häufig in frustrierte, genervte Gesichter. Dementsprechend hoch ist auch die Wechselbereitschaft: Mehr als jede dritte Fach- und Führungskraft würde ihren aktuellen Job aufgeben, fand kürzlich die Meinungsforschung Forsa in einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der Online-Stellenbörse Jobware heraus. Der Personaldienstleister Kelly Services wiederum resümierte: Jeder dritte Arbeitnehmer ist mit seinem derzeitigen Job unzufrieden – vor allem wegen längerer Arbeitszeiten und gestiegenen Jobanforderungen.</p>
<p>Das mag alles stimmen. Doch ich behaupte: Den meisten fehlt es schlicht an Leidenschaft.</p>
<p>In den vergangenen Jahrhunderten haben sich viele kluge Menschen mit dem Thema beschäftigt, allen voran Philosophen. Der deutsche Denker Friedrich Nietzsche befand, Leidenschaften seine "die Wildwasser der Seele". Und der libanesisch-amerikanische Philosoph Khalil Gibran sagte: "Derjenige, der mit Tinte schreibt, ist nicht zu vergleichen mit demjenigen, der mit seinem Herzblut schreibt." </p>
<p>Seit einigen Jahren behandeln auch Psychologen das Thema Leidenschaft. Vorreiter der Passionsforschung ist der kanadische Psychologe Robert Vallerand. Er definiert Leidenschaft als "eine starke Neigung zu einer selbst-definierenden Aktivität, die man mag oder liebt, wertschätzt, wichtig findet und in die man deshalb auch gerne Zeit und Energie investiert". </p>
<p>Wohlgemerkt: Leidenschaft ist nicht immer positiv – auch mit ihr kann man es übertreiben. Deshalb unterscheidet Vallerand zwei Arten von Leidenschaft: harmonischer und zwanghafter. Erstere ist sozusagen die gesunde Form, bei der man sich mit Freude, Enthusiasmus und Ausdauer einer Aufgabe widmet. Egal ob im Beruf oder Privatleben. Letztere hingegen führt langfristig ins Verderben – weil die Betroffenen gewissermaßen völlig besessen sind, nicht selten die Kontrolle verlieren und sich die Leidenschaft nicht mehr vernünftig mit dem Privatleben vereinbaren lässt. </p>
<p>Sie können ganz leicht testen, welche Form auf Sie selbst zutrifft - anhand Vallerands 14-Punkte-Skala. Die ersten sieben Punkte definieren eine harmonische Leidenschaft, die Punkte 8. bis 14. weisen auf eine zwanghafte Leidenschaft hin. </p>
<p><strong>Die Leidenschafts-Skala</strong><br />
1. Die Aktivität verschafft mir eine Vielzahl unterschiedlicher Erfahrungen.<br />
2. Häufig entdecke ich dabei etwas Neues – und deshalb schätze ich die Aktivität umso mehr.<br />
3. Ich mache dabei unvergessliche Erlebnisse.<br />
4. Die Aktivität kommt meinen Stärken entgegen.<br />
5. Sie ergänzt sich prima mit meinen anderen Tätigkeiten.<br />
6. Für mich ist es eine Leidenschaft, aber ich kann sie kontrollieren.<br />
7. Ich bin völlig von ihr in Beschlag genommen.<br />
8. Ohne sie kann ich nicht leben.<br />
9. Es ist fast wie eine Sucht – ich muss ihr einfach nachgehen.<br />
10. Ich kann mir ein Leben ohne sie kaum noch vorstellen.<br />
11. Ich bin emotional von ihr abhängig.<br />
12. Es fällt mir schwer, ihr nicht nachzugehen.<br />
13. Ich bin fast schon zwanghaft.<br />
14. Meine Laune hängt davon ab, ob ich ihr nachgehen kann oder nicht.</p>
<p>Zugegeben, einige der Punkte ähneln sich – und doch geben Sie einen ziemlich guten Hinweis darauf, wie es um Sie steht. Hand aufs Herz: Wie viele der Punkte treffen auf Sie und Ihren Job zu? </p>
<p>Oder anders gefragt: Wenn Geld keine Rolle spielen würde – welcher Arbeit würden Sie am liebsten nachgehen? Und was hindert Sie daran?</p>
<p>Wer geht seinem Beruf mit Leidenschaft nach - und wer nicht? Ich würde mich freuen, wenn Sie einen Kommentar hinterlassen - gerne auch per Mail an danielrettig81 (at) googlemail.com.</p>
<p style="text-align: right;">[Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/zoutedrop/3964304942/" target="_blank">zoutedrop</a> unter <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/" target="_blank">cc-by</a>]</p>
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