Buchtipp – Moonwalk mit Einstein

Von Zeit zu Zeit werde ich Ihnen an dieser Stelle ab sofort neue Bücher vorstellen, die ich besonders lesenswert finde. Den Auftakt macht das Erstlingswerk des US-Journalisten Joshua Foer: „Moonwalk mit Einstein“.

Kurze Frage: Wie lange würden Sie brauchen, um sich die exakte Reihenfolge von 52 gut gemischten Spielkarten zu merken? Zehn Minuten vielleicht? Eine halbe Stunde? Unmöglich, sagen Sie? Nicht ganz: Der Brite Ben Pridmore schafft es in 32 Sekunden.

Zugegeben, der 34-Jährige ist gewissermaßen Experte auf diesem Gebiet – Pridmore ist dreifacher Gedächtnisweltmeister. Ihm reichen fünf Minuten, um 96 Jahreszahlen zu memorieren – inklusiver der dazugehörigen Ereignisse. Von der Zahl Pi hat er 50.000 Stellen im Kopf. Wie kann das sein?

Diese Frage interessierte auch den amerikanischen Journalisten Joshua Foer, jüngerer Bruder des bekannten Schriftstellers Jonathan Safran Foer („Tiere essen“). Bei einer Internetrecherche war er durch Zufall auf Pridmores ungewöhnliche Fähigkeiten gestoßen – und hatte sich vorgestellt, dass sein Leben mit einem solch phänomenalen Erinnerungsvermögen eine neue, bessere Qualität gewinnen würde. Deshalb begibt sich Foer in seinem neuen Buch „Moonwalk mit Einstein“ auf eine Reise zu den Quellen unseres Gedächtnisses.

Am Anfang dieses Trips stehen eine Hoffnung und zwei Sätze: „Es ist alles eine Frage der Technik. Im Prinzip kann das jeder schaffen“, hatte Pridmore in einem Interview gesagt. Das versteht Foer als Herausforderung – und nimmt sich vor, selbst einmal an der US-Gedächtnismeisterschaft teilzunehmen.

Auf dem Weg dorthin lernt der Leser viele interessante Fakten und Anekdoten über das Gehirn. Etwa warum das fotografische Gedächtnis nichts weiter als ein Mythos ist. Foer trifft den vergesslichsten Menschen der Welt, dessen Gedächtnis nur bis zum allerletzten Gedanken zurückreicht – eine besonders schwere und seltene Form von Amnesie. Und er holt sich bei den Großmeistern des Gedächtnissports Tipps für sein Training.

Dadurch bekommt auch der Leser zahlreiche Empfehlungen, wie er seine grauen Zellen im Alltag besser einsetzen und sich Dinge leichter merken kann. Etwa durch die Loci-Methode, bei der Begriffe oder Produkte bestimmten Bilder zugeordnet werden – denn diese bleiben besser haften als Wörter oder Zahlen.

Unser Gehirn ist eine komplexe Angelegenheit. Foer schafft es in seinem Erstlingswerk jedoch mühelos, die Materie auch Laien verständlich und unterhaltsam zu vermitteln. Insofern hat der Verlag sein Geld gut angelegt: Als der 23-jährige Foer im Jahr 2006 den Vertrag für sein Buch unterzeichnete, erhielt er Berichten zufolge einen Vorschuss in Höhe von 1,2 Millionen US-Dollar – eine für Sachbuchautoren normalerweise völlig utopische Summe.

Foers beste Botschaft ist, dass jeder an seinem Gedächtnis arbeiten kann, unabhängig vom Alter: „Es ist alles eine Frage der Technik.“ Selbst wenn es nicht für die Teilnahme an einer Meisterschaft reicht.

Hier ein kurzes Video mit Joshua Foer

Kommentare

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